Nachhaltiges Bauen

Vermögen und Hochbau

Nachhaltig Bauen

  • Außenansicht des Schulungszentrums für das Höchstleistungsrechenzentrum Stuttgart (HLRS) an der Universität Stuttgart

    Bild: ralph klohs photographie

Nachhaltigkeit ist eines der maßgeblichen politischen und gesellschaftlichen Leitbilder der Landesregierung. Eine gesunde Umwelt und gute Lebensbedingungen wollen wir für nachfolgende Generationen erhalten. Bei Bauprojekten des Landes berücksichtigen wir deshalb ökologische, ökonomische und soziale Aspekte gleichermaßen. Um Umweltverträglichkeit und Nachhaltigkeit bestmöglich einzuschätzen, ist eine ganzheitliche Betrachtung der Gebäude notwendig.

Zum Vermögen des Landes Baden-Württemberg gehören rund 8.000 Gebäude mit 12 Millionen  Quadratmetern Gebäudefläche. Die Bauwerke stammen aus unterschiedlichen Baujahren, ein Teil davon ist denkmalgeschützt. Jedes Jahr kommen durch wachsenden Bedarf Neubauten dazu. Die Bauausgaben für Sanierung, Neubau und Erhalt lagen im Jahr 2016 bei rund 822 Millionen Euro.

Angesichts dieses Volumens hat der Landesbau eine Vorbildrolle. Die Landesregierung geht deshalb bei der Errichtung, Sanierung und dem Betrieb der Landesimmobilien besonders nachhaltig vor. Über den ganzen Lebenszyklus, vom Bau bis hin zum Immobilien- und Gebäudemanagement, werden die landeseigenen Immobilien vom Landesbetrieb Vermögen und Bau Baden-Württemberg betreut. Durch verschiedene Aktivitäten stärkt der Landesbetrieb die Nachhaltigkeit der Neubauten und des Gebäudebestandes.

Bewertungssystem nachhaltiges Bauen (BNB) im Landesbau

Erste Leitlinien und Projekte wurden bereits im Jahr 2009 im Rahmen des Projekts "Stärkung der Nachhaltigkeit im Staatlichen Hochbau" eingeführt und seitdem stetig fortentwickelt. 2015 wurde der Leitfaden Nachhaltiges Bauen und das Bewertungssystem Nachhaltiges Bauen des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit für den Landesbau übernommen. Damit wurden die Voraussetzungen für zukunftsfähiges und besonders nachhaltiges Bauen und Sanieren geschaffen. Der Erfüllungsgrad der Nachhaltigkeitskriterien für Gebäude wird mit Zertifikaten in Gold, Silber oder Bronze nach außen sichtbar. Nach der Einführung des Bewertungssystems im Landesbau startete die Umsetzung stufenweise mit dem Ziel, in Zukunft möglichst umfassend nachhaltige Baumaßnahmen umzusetzen. In der Betriebsleitung des Landesbetriebs Vermögen und Bau wurde dafür ein Kompetenzzentrum Nachhaltiges Bauen eingerichtet. Über ein umfangreiches Fortbildungsprogramm wird sowohl das Personal der Ämter als auch der Betriebsleitung des Landesbetriebs intensiv geschult.

Seit Einführung des Bewertungssystems wurden eine ganze Reihe von Neubauprojekten mit dem Ziel einer BNB-Zertifizierung gestartet. Dazu gehören beispielsweise der Neubau des Campus Neue Weststadt für die Hochschule Esslingen, die Duale Hochschule Baden-Württemberg (DHBW) in Stuttgart, der Ersatzneubau Oberer Eselsberg der Fakultät Technik für die Hochschule Ulm und der Neubau des Waldcampus der Hochschule Aalen. 

Die Anwendung des Bewertungssystems bei allen neuen Unterrichts- und Verwaltungsgebäuden mit Gesamtbaukosten über 2 Millionen Euro ist seit Juni 2017 verpflichtend. Auch alle übrigen Baumaßnahmen werden möglichst nachhaltig umgesetzt: Der Leitfaden Nachhaltiges Bauen in seiner aktuellen Version wird bei Planung und Baudurchführung grundsätzlich berücksichtigt.

Energie- und Klimaschutzkonzept für landeseigene Liegenschaften

Das Energie- und Klimaschutzkonzept für landeseigene Liegenschaften vom Dezember 2012 ist wesentliche Grundlage eines wichtigen Zieles: eine weitgehend klimaneutrale Landesverwaltung bis zum Jahr 2040. Im Konzept ist die Reduzierung der CO₂-Emissionen gegenüber dem Referenzjahr 1990 bis 2020 um mindestens 40 Prozent und bis 2030 um mindestens 60 Prozent verankert. Um die Ziele zu erreichen wurden konkrete Handlungsfelder und umfassende Vorhaben definiert. Dazu gehören insbesondere energetische Sanierungen von Bestandsgebäuden, die Errichtung energieeffizienter Neubauten (Energiestandards), der Einsatz erneuerbarer Energien, Contracting und die Optimierung des Gebäudebetriebs (Energiemanagement). Viele der Vorgaben sind bereits umgesetzt. So konnte das für 2020 gesetzte Klimaschutzziel von 40 Prozent geringeren CO₂-Emissionen gegenüber 1990 bereits vorzeitig im Jahr 2015 erreicht werden. Im Energiebericht der Staatlichen Vermögens- und Hochbauverwaltung 2017 sind die energetischen Aktivitäten sowie die Verbrauchs- und Kostenentwicklung für Wärme, Strom und Wasser der Landesgebäude dokumentiert.

Verwendung von Recycling-Baustoffen

Nachhaltig bauen bedeutet, sparsam und effizient mit Rohstoffen umzugehen und Ressourcen zu schonen. Das Land nimmt seine Vorbildfunktion in diesem Bereich ernst und fördert ressourcenschonende und ökologische Baustoffe bei seinen Bauvorhaben. Sogenannte Primärrohstoffe werden deshalb reduziert eingesetzt. Stattdessen kommen verstärkt Recycling-Baustoffe – insbesondere Beton mit rezyklierten Zuschlägen (sogenannter RC-Beton) – zum Einsatz. Die Ausschreibungsverfahren wurden so angepasst, dass in geeigneten Fällen Recycling-Baustoffe verwendet werden können. Zusätzlich dazu werden künftige Bauprojekte identifiziert, bei denen der Einsatz von RC-Beton sinnvoll ist.

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    Bewertungssystem Nachhaltiges Bauen (BNB)

    Bewertungssystem Nachhaltiges Bauen (BNB): Zuordnung der Erfüllungsgrade zu Gebäudenote und Zertifikat.

    Bewertungssystem Nachhaltiges Bauen (BNB): Zuordnung der Erfüllungsgrade zu Gebäudenote und Zertifikat.


    Die Grafik zeit die Zuordnung der Erfüllungsgrade zu Gebäudenote und Zertifikat im Rahmen des Bewertungssystems Nachhaltiges Bauen.

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    Hochschule Aalen: Modellprojekt Waldcampus

    Visualisierung des Waldcampus an der Hochschule Aalen

    Visualisierung des Waldcampus an der Hochschule Aalen


    Mit dem Standort Waldcampus erhält die Hochschule Aalen Neubauten für die Fakultät Wirtschaftswissenschaften sowie eine Mensa und ein Wohn- und Kita-Gebäude. Der Gebäudekomplex wird nach dem Bewertungssystem Nachhaltiges Bauen zertifiziert. Die grüne „Klammer“ mit dem Baumbestand im Westen und Süden bleibt erhalten.

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    Hochschule Aalen: Modellprojekt Waldcampus

    Visualisierung des Waldcampus an der Hochschule Aalen

    Visualisierung des Waldcampus an der Hochschule Aalen


    Bereits im Wettbewerb wurde für den Neubau der Hochschule Aalen der Einsatz des Werkstoffes Holz gefordert. Diese weitere Nachhaltigkeitsthematik wird bei Innenbauteilen sowie an den Fassadenkonstruktionen umgesetzt.

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    Hochschule Aalen: Modellprojekt Waldcampus

    Visualisierung des Waldcampus an der Hochschule Aalen

    Visualisierung des Waldcampus an der Hochschule Aalen


    Der Entwurf des Neubaus für die Hochschule Aalen besticht durch einen sehr geringen Wärme- und Kältebedarf. Die klare und zurückhaltende Dimensionierung der Außenräume erlauben den Erhalt von großen Teilen der Waldfläche und unterstützen den Charakter des Waldcampus.

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    Hochschule Ulm: Ersatzneubau Oberer Eselsberg

    Modellfoto der Hochschule Ulm

    Modellfoto der Hochschule Ulm


    Der Ersatzneubau der Hochschule Ulm am oberen Eselsberg ist als hocheffizientes Gebäude ausgelegt. Das Gebäude soll als Effizienzhaus Plus errichtet werden und wird nach dem Bewertungssystem Nachhaltiges Bauen zertifiziert.

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    Hochschule Ulm: Ersatzneubau Oberer Eselsberg

    Visualisierung des Ersatzneubaus an der Hochschule Ulm

    Visualisierung des Ersatzneubaus an der Hochschule Ulm


    Der Ersatzneubau für die Hochschule Ulm wird darüber hinaus vom Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit mit Mitteln aus der Forschungsinitiative "Zukunft Bau" gefördert. Es ist derzeit das größte und mit Abstand das anspruchsvollste Projekt im Förderprogramm Effizienzhaus Plus – Bildungsbau.

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    Beton mit rezyklierten Zuschlägen (RC Beton)

    Nahansicht von RC-Beton

    Nahansicht von RC-Beton


    In Zukunft sollen im Landesbau noch stärker als bisher Recycling-Baustoffe – insbesondere Beton mit rezyklierten Zuschlägen (sogenannter RC-Beton) – zum Einsatz kommen.


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