Moderne Verwaltung

Prozesse und Methoden optimieren

Ein Mann sitzt vor Laptop und Tablet. Bild: ©everythingpossible - stock.adobe.com

Welche Ziele verfolgt die Finanzverwaltung? Welche Leistungen werden in der Verwaltung erbracht? Was kostet die Erstellung eines Steuerbescheids?

Die modernen Steuerungsinstrumente ermöglichen, diese oder ähnliche Fragen zu beantworten und die in der Landesverwaltung verursachten Kosten und die bereitgestellten Leistungen transparent zu machen. Begleitet wird dies von einem zielorientierten Führungsstil und der damit verbundenen Transparenz über die Ziele der Landesverwaltung. Dies wird u.a. erreicht durch Zielvereinbarungen, zahlreiche Führungsinformationssysteme, ein einheitliches Haushaltsmanagementverfahren für die gesamte Landesverwaltung und eine flächendeckende Kosten- und Leistungsrechnung.

Das Fördercontrolling ist ein konkreter Anwendungsbereich mit Blick auf die Förderprogramme des Landes. Im Land Baden-Württemberg gibt es über 200 Förderprogramme. Die über den Landeshaushalt abgewickelten Fördermittel- bzw. Transferausgaben belaufen sich auf rund 5 Milliarden Euro.

Diese Transparenz führt zu einer veränderten Verwaltungskultur. Denn Politik und Verwaltungsleitung erhalten steuerungsrelevante Informationen und können konkrete Kosten- und Qualitätsziele definieren. Kurz gesagt: Die Instrumente helfen, die in der Regel knappen Ressourcen zielgerichteter einzusetzen.

Die Instrumente

Modernisierung des Haushaltsmanagementsystems "RePro BW"

Das Land Baden-Württemberg bewegt täglich rund 3 Milliarden Euro durch sein Haushalts- und Kassensystem, mehr als 5.000 Beschäftigte sind mit dieser gewaltigen Aufgabe befasst. Die bisher zur Abwicklung eingesetzte Kassensoftware wird nun durch ein modernes System abgelöst. Mit dem "Restrukturierungs-Projekt Baden-Württemberg" (RePro BW) wird das bestehende Haushaltsmanagementsystem neue aufgebaut und so ausgerichtet, dass es sowohl fachlich als auch technisch den Anforderungen der Zukunft gerecht wird.

Durch die Modernisierung bieten sich zahlreiche Vorteile. Das Land kann künftig noch flexibler auf sich ändernde Anforderungen an das Rechnungswesen und weiterer betriebswirtschaftlicher Prozesse reagieren. Dazu gehören beispielsweise

  • ein verbesserter, vereinheitlichter Beschaffungsprozess
  • die medienbruchfreie Verarbeitung sogenannter e-Rechnungen (zu deren Empfang und Verarbeitung das Land seit dem 18. April 2020 verpflichtet ist),
  • die grundsätzliche Herstellung von Doppikfähigkeit im Rechnungswesen und
  • die angemessene Vorbereitung auf EPSAS („European Public Sector Accounting Standards“), also der europäischen Rechnungslegungsstandards für öffentliche Gebietskörperschaften.

Zudem bringt das neue System kürzere Bearbeitungszeiten, eine verbesserte Kassensicherheit, ein flexibleres Berichtswesen und eine benutzerfreundlichere Oberfläche mit sich.

Die Projektträger sind das Ministerium für Finanzen (fachlich) gemeinsam mit dem Ministerium für Inneres, Digitalisierung und Migration (technisch). Organisatorisch ist das Projekt in der Abteilung 6 des Ministeriums für Finanzen und in der BITBW im SAP-Competence Center verortet. 14 Ressorts und Verfassungsorgane samt nachgeordneter Bereiche sind von den Ausführungen und Ergebnissen in RePro BW in unterschiedlicher Ausprägung betroffen.

Das neue System wird ab dem 1. Januar 2022 in allen Ressorts der Landesverwaltung eingesetzt. Die Arbeiten hierzu laufen bereits seit 2017.