Pressemitteilung

Hochbau
  • 05.11.2018

Aktualisierte Kostenorientierungswerte für Hochschulgebäude liegen vor - Bauministerkonferenz sieht künftig jährliche Fortschreibung vor

Die Bauministerkonferenz (BMK) hat in ihrer Sitzung am 25./26. Oktober in Kiel beschlossen, den Ländern auch weiterhin Kostenrichtwerte für den Hochschulbau aus bundesweit abgerechneten Vergleichsmaßnahmen für ihre Haushaltsplanungen zur Verfügung zu stellen.
Die „Kostenorientierungswerte für Hochschulgebäude“ werden in der aktuellen Fassung und mit dem Ziel einer jährlich erfolgenden Aktualisierung nun an die Finanzministerkonferenz, das Bundesministerium für Bildung und Forschung und die Gemeinsame Wissenschaftskonferenz weitergegeben.

Diesen Beschluss vorangegangen ist eine Projektarbeit, an der neben mehreren Bundesländern auch Baden-Württemberg beteiligt war. Dabei wurde das in der Vergangenheit als „BMK-Kostenrichtwerte“ bezeichnete Instrumentarium grundlegend überarbeitet. Die Informationsstelle Wirtschaftliches Bauen (IWB) in Freiburg hat umfangreiche Auswertungen und Berechnungen der bundesweit vorliegenden Daten durchgeführt und wird auch bei der vorgesehenen jährlichen Überarbeitung der Orientierungswerte unter Berücksichtigung der Entwicklung des Baupreisindex und aktueller Datensätze eine wichtige Rolle spielen.

„Ich freue mich, dass den Bauverwaltungen der Länder nun aktuelle Kostenrichtwerte zur Verfügung stehen und die Daten zukünftig aktuell gehalten werden“, so Staatssekretärin Gisela Splett. „Dies ist ein hilfreiches Instrument für Kostenschätzungen und damit ein Baustein für unser Ziel größtmöglicher Kostensicherheit beim Bauen. Zudem ergeben sich durch die Auswertung bundesweit vorliegender Daten auch Vergleichsmöglichkeiten mit Baukosten in anderen Ländern“. Angesichts der weiterhin hohen investiven Anforderungen an Neubauten im Bereich von Forschung und Lehre sei es wichtig, dieses Instrument für erste belastbare Kosteneinschätzungen bei komplexen Hochschulprojekten zu haben.

Die neuen Daten zeigen auch, wie groß die Spannbreite der Baukosten je nach Gebäudenutzung ist: Während die Gesamtbaukosten pro Quadratmeter bei einer Sporthalle bei 3.229 Euro liegen, müsse bei Bibliotheksgebäuden mit 4.698 Euro und bei Hörsaalgebäuden mit 7.867 Euro gerechnet werden. Spitzenreiter seien höchst-installierte Forschungsbauten z.B. mit Reinsträumen und Hochsicherheitslaboren, bei denen pro Quadratmeter mit Gesamtbaukosten von 17.911 Euro zu rechnen sei.

Hintergrund:
Baumaßnahmen im Hochschulbereich waren bis Ende 2006 Gemeinschaftsaufgabe von Bund und Ländern und die Förder- bzw. Finanzierungsverfahren wurden im Hochschulbereich in jährlichen Rahmenplänen geregelt. Hierbei war für die Haushaltsveranschlagung einzelner Baumaßnahmen das Instrument der Kostenrichtwerte der Bauministerkonferenz eine wesentliche Grundlage.

Mit Einzug der Föderalismusreform Ende 2006 wurde es den Bundesländern weitgehend selbst überlassen, welches Kostenplanungsinstrumentarium sie in der frühen Phase der Bedarfs- und Haushaltsplanung von Bauvorhaben für den Hochschulbereich anwenden.

Aufgrund der bewährten Erfahrungen bei der bisherigen Anwendung von Kostenrichtwerten hatten sich die Länder aber abgestimmt, dieses Instrument weiter zu entwickeln und die zugrunde liegende Datenbasis auf den neuesten Stand zu bringen.

Die Informationsstelle Wirtschaftliches Bauen (IWB) mit Sitz in Freiburg ist ein Referat der Betriebsleitung des Landesbetriebs Vermögen und Bau Baden-Württemberg, das für die Vermögens- und Bauinstitutionen des Bundes und der Länder Informationen und Verfahren zur Projektsteuerung in den Bereichen wirtschaftliches Planen, Bauen und Betreiben entwickelt hat. Die im Rahmen der Bauministerkonferenz entwickelten Produkte können kostenlos, die anderen Produkte gegen Entgelt von den Bauverwaltungen aller Bundesländer und des Bundes genutzt werden.

 


Porträt

Gisela Splett

Staatssekretärin im Ministerium für Finanzen des Landes Baden-Württemberg

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