Liegenschaften

Biodiversität auf den Landesflächen

Bunte Blumenwiese

Neben Immobilien und Unternehmensanteilen umfasst das Vermögen des Landes Baden-Württemberg auch zahlreiche Grundstücke, Grünflächen und Domänen. Als Betreiber oder Verpächter dieser Flächen sorgt das Land für eine ökologische und nachhaltige Bewirtschaftung.

Naturschutzgrundstücke

Die Natur bietet Lebensraum für Menschen, Tiere und Pflanzen. Der Naturhaushalt und die biologische Vielfalt sind unsere Lebensgrundlage. Der "Schutz der natürlichen Lebensgrundlagen und Tiere" ist als Staatsziel mit Verfassungsrang im Grundgesetz verankert. 

Zur Naturschutzstrategie des Landes gehört der Erwerb von Grundstücken zum Zweck des Natur- und Klimaschutzes. Baden-Württemberg ist Eigentümer von rund 14.000 naturschutzwichtigen Grundstücken mit nahezu 12.000 Hektar Fläche. Das Land kauft kontinuierlich Flächen im Sinne des Naturschutzes hinzu. Allein im Jahr 2020 wurden naturschutzwichtige Grundstücke von rund 140 Hektar – davon rund 70 Hektar Moore – für über 2,1 Millionen Euro erworben. Gegenüber dem Vorjahr entspricht das einem Flächenplus von 50 Hektar.

Die Mittel für den Naturschutzgrunderwerb sind seit 2016 von 0,5 auf 2,5 Millionen Euro deutlich gestiegen. Für die Jahre 2020 und 2021 wurde der Schutzzweck um den Erwerb klimaschutzwichtiger Grundstücke erweitert. Der Erwerb wird aus Haushaltsmitteln des Finanzministeriums und projektbezogen aus Mitteln der Stiftung Naturschutzfonds finanziert.

Der Fokus des Naturschutzgrunderwerbs wird vermehrt auf den Ankauf von Moorflächen gelegt. Moore bieten einen Lebensraum für viele Tier- und Pflanzenarten und binden darüber hinaus unter anderem Kohlenstoff. In Zukunft wird insbesondere in Moorflächen investiert und so die Voraussetzungen für Renaturierungen verbessert.

Kauft das Land naturschutzwichtige und klimaschutzrelevante Flächen, kann es selbst über deren Bewirtschaftung entscheiden. Es schafft dadurch die Voraussetzung für die Weiterentwicklung von Gebieten im Sinne des Naturschutzes und sichert wichtige Teile des baden-württembergischen Naturerbes. So können beispielsweise auf eigenen Flächen Moore renaturiert und auf bislang landwirtschaftlich genutzten Grundstücken Biotope gesichert und entwickelt werden.

Moorschutz

Im Rahmen der 2014 entwickelten Moorschutzkonzeption des Landes werden in Baden-Württemberg zahlreiche Maßnahmen zum Schutz der Hoch- und Niedermoore umgesetzt. Es werden Wiedervernässungen geplant und umgesetzt, Nährstoffeinträge reduziert, Pflegemaßnahmen organisiert und moorangepassten Nutzungen unterstützt.

Die Liegenschaftsverwaltung des Landes leistet durch den Ankauf von Moorflächen einen wichtigen Beitrag zur Moorschutzkonzeption. Insbesondere Renaturierungsmaßnahmen in Mooren können leichter umgesetzt werden, wenn das Land selbst Eigentümer der betroffenen Flächen ist.

Die Liegenschafts- und Naturschutzverwaltung haben deshalb in den vergangenen Jahren ein Erwerbskonzept für Moore entwickelt. Das auf mehrere Jahre angelegte Konzept sieht vor, dass das Land Moorflächen von rund 250 Hektar, mit geschätzten Erwerbskosten von zirka 4,8 Millionen Euro, erwirbt.

Neben den gezielt für Naturschutzzwecke angekauften Moorflächen gibt es aber auch landwirtschaftlich genutzte landeseigene Flächen auf ehemaligen Mooren. Diese wurden nun ebenfalls in den Blick genommen. Die Auswertung hat ergeben, dass im Bereich der Liegenschaftsverwaltung insgesamt rund 43 Hektar Fläche ackerbaulich genutzt werden, aber Moorböden aufweisen. Diese wurden nach fachlichen Kriterien bewertet und in zwei Gruppen eingeteilt. Bei rund 22 Hektar sollen gemeinsame Lösungen mit den Pächterinnen und Pächtern für eine Umwandlung in Grünland gefunden werden. Bei 21 Hektar ist darüber hinaus eine Wiedervernässung das Ziel. Bereits in diesem Jahr sollen erste Maßnahmen umgesetzt werden.

„Wichtig ist mir, dass wir auf den landeseigenen Grundstücken unserer besonderen Verantwortung für den Artenschutz gerecht werden und sicherstellen, dass Ackerbau auf Moorböden beendet wird.“
Gisela Splett, Staatssekretärin im Ministerium für Finanzen

Staatsdomänen

Das Land Baden-Württemberg ist Eigentümer von 58 Staatsdomänen. Eine Staatsdomäne ist ein größerer landwirtschaftlicher Besitz. Von den 58 Domänen befinden sich 24 im badischen und 34 im württembergischen Landesteil. Die Gesamtfläche aller Domänen beträgt rund 5.800 Hektar, wobei die einzelnen Domänen in der Größe deutlich variieren. Die Bandbreite reicht von 6 Hektar bis 300 Hektar. 29 Domänen sind an natürliche oder juristische Personen zur landwirtschaftlichen Nutzung verpachtet. Weitere 29 Domänen betreibt das Land mit Landeseinrichtungen selbst.

Auf den 29 verpachteten Domänen sind die landwirtschaftlichen Betriebe nach den Pachtbedingungen zur ordnungsgemäßen Landbewirtschaftung unter Berücksichtigung ökologischer Gesichtspunkte verpflichtet. Durch die Umsetzung von Biotopvernetzungsmaßnahmen auf den Domänenflächen wurde auch den Belangen des Naturschutzes Rechnung getragen. Da die Verträge mit den Pächterinnen und Pächtern lange Laufzeiten haben, stärkt das Verpachten der Flächen auch die Existenz der landwirtschaftlichen Betriebe.

Die an Landeseinrichtungen überlassenen Domänen erfüllen unterschiedliche Landesaufgaben. Diese reichen von universitärer Forschungsarbeit zu standortgerechter und umweltschonender landwirtschaftlicher Wirtschaftsweise über Justizvollzugseinrichtungen bis hin zu einer Krankenstation für Tiere der Wilhelma.

Landwirtschaftliche Flächen (Streubesitz)

Das Land Baden-Württemberg ist Eigentümer von rund 9.800 landwirtschaftlich genutzten Grundstücken. Diese Grundstücke haben eine Gesamtfläche von über 16.000 Hektar. Verpachtet werden die Grundstücke grundsätzlich an landwirtschaftliche Betriebe. Bei neuen Pachtverträgen werden ökologisch wirtschaftende Betriebe vorrangig berücksichtigt. Die Betriebe bewirtschaften verschiedene Kulturarten, beispielsweise Acker, Grünland, Obstbau, Garten oder Rebland. Im Mittelpunkt steht dabei die ordnungsgemäße Landbewirtschaftung unter Berücksichtigung ökologischer Gesichtspunkte. Auf die Erfordernisse des Natur- und Umweltschutzes, insbesondere in ausgewiesenen Schutzgebieten, wird großen Wert gelegt.

Mit der Verpachtung dieser Flächen und der Vielfalt an Kulturarten wird ein erheblicher Beitrag für die Landwirtschaft und die Produktion von Lebensmitteln in Baden-Württemberg geleistet.

Grünflächenpflege

Das Land ist Eigentümer von rund 1.550 Hektar sogenannter Grünflächen mit rund 80.000 Bäumen, beispielsweise sind dies Parkflächen, Gartenanlagen oder Grün- und Wiesenflächen um Verwaltungsbauten. Viele dieser Flächen sind Rasenflächen. In geeigneten Fällen werden diese Rasenflächen in Blühwiesen mit höherer Artenvielfalt umgewandelt Damit soll das Ziel des aktuellen Naturschutzgesetzes Baden-Württemberg erreicht werden, mindestens ein Fünftel der gemähten landeseigenen Grünflächen als ökologisch hochwertige Blühflächen und naturschutzfachlich wertvolle Lebensräume zu pflegen.

Im landeseigenen Schlossgarten Schwetzingen ist es gelungen, historische Gartendenkmalpflege und Ökologie auf vorbildliche Weise zu verbinden. Das dort ausgebrachte Saatgut weist mit bis zu 40 verschiedenen Arten eine hohe Vielfalt auf, zum Beispiel Wiesenflockenblume, Margerite, Rotklee und Goldhafer. Wo früher Rasenflächen in kurzen Abständen gemäht wurden, wird das Gras nun nur noch zwei Mal im Jahr geschnitten. Auf die Verwendung von Pestiziden, Herbiziden und Torfprodukten wird verzichtet.

Um die Biodiversität zu erhöhen und die Pflegeintensität zu verringern, wurden rund um den Landtag und das Neue Schloss in Stuttgart Flächen in Blühwiesen naturnah umgewandelt. Dabei wurde das historisch gewachsene Parkbild berücksichtigt. Darüber hinaus wurde auf rund 26.000m² Fläche des Campus der Universität Hohenheim auf Heuschnitt umgestellt. Das Heu wird von einem Landwirt zur Verfütterung verwertet.

Bunte Blumenwiese

Heuneburg: Vitrine zur Archäo-Imkerei

Staatssekretärin Gisela Splett und Oberfinanzpräsident Stephan stehen mit der neuen Infotafel vor der Installation.Ignacio Linares / free2rec

Installation mit Totholz am Bildungszentrum Freiburg der Oberfinanzdirektion Karlsruhe

Land hat natur- und klimaschutzwichtige Flächen erworben

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Bio-Zertifizierung für Botanischen Garten Karlsruhe

Naturschutzgebiet Wurzacher Ried

Land hat Fläche im Naturschutzgebiet Wurzacher Ried erworben

Staatssekretärin Splett besucht Biodiversitätsfläche „Oberer Eselsberg“

rote Blüten

Schlossgärtnerei Karlsruhe ist bio-zertifiziert

Biodiversität im Schlossgarten Schwetzingen

Über 31 Hektar für Naturschutz im Regierungsbezirk Freiburg

Mit bis zu 40 verschiedenen Arten herrscht auf den Wiesen eine hohe Vielfalt : Sie reicht von der Wiesenflockenblume, über Margerite, Rotklee und Goldhafer bis hin zu rauen Veilchen.

Über 15 Hektar für Naturschutz im Regierungsbezirk Karlsruhe

Mit bis zu 40 verschiedenen Arten herrscht auf den Wiesen eine hohe Vielfalt : Sie reicht von der Wiesenflockenblume, über Margerite, Rotklee und Goldhafer bis hin zu rauen Veilchen.

Über 23 Hektar für Naturschutz im Regierungsbezirk Tübingen

Biodiversität im Schlossgarten Schwetzingen

Über 20 Hektar für Naturschutz im Regierungsbezirk Stuttgart

Gisela Splett, Staatssekretärin im Ministerium für Finanzen, und Friedlinde Gurr-Hirsch MdL, Staatssekretärin im Ministerium für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz besuchen Gestütshof Marbach (Gruppenbild).

Staatssekretärinnen besuchen Staatsdomänen „Gestütshof St. Johann mit Vorwerk Fohlenhof“, „Gestütshof Offenhausen“ und „Gestütshof Marbach“

Bild: Ministerium für Finanzen Baden-Württemberg

Staatssekretärin besucht Naturschutzgebiete „Bodenmöser“ und „Pfrunger-Burgweiler Ried“

Finanzstaatssekretärin Gisela Splett sät zusammen mit Schülerinnen und Schülern eine neue Magerwiese in Kloster Lorch ein.

Finanzstaatssekretärin Gisela Splett nimmt an Einsaat einer Wildbienenweide in Kloster Lorch teil

Biodiversität im Schlossgarten Schwetzingen

Biodiversität im Schlossgarten Schwetzingen