Pressemitteilung

Auszeichnung
  • 29.09.2017

Ministerin Sitzmann ehrt Maria Steinle für ihr humanitäres Engagement mit dem Verdienstkreuz am Bande

Für ihr humanitäres Engagement ist die Freiburgerin Maria Steinle amit dem Bundesverdienstkreuz am Bande geehrt worden. Im Namen des Bundespräsidenten Frank-Walter Steinmeier hat die Finanzministerin Edith Sitzmann die Auszeichnung im Rathaus der Stadt überreicht. 

„Maria Steinle hat mit ihrem Einsatz über viele Jahre eine humanitäre Brücke zwischen Freiburg und Lviv aufgebaut“, sagte die Ministerin. „Die Brücke steht heute noch. Deshalb freuen sich an Ostern und Weihnachten bedürftige Menschen in Lviv über Pakete mit Grundnahrungsmitteln, Waschpulver und Zahnpasta“, sagte sie. Der Freundeskreis Freiburg-Lviv e.V. ging 1993 aus einer Initiative von acht Freiburgerinnen hervor, die unter dem Motto ‚Frauen bauen eine Brücke‘ die 1990 geschlossene Städtepartnerschaft zwischen Freiburg und Lviv (früher Lemberg) mit weiterem Leben füllten.

Die heutigen Paketaktionen sind nur eines von zahlreichen Beispielen, wie der Freundeskreis besonders bedürftigen Menschen in der Partnerstadt geholfen hat. Nachdem die heute 83-jährige Steinle den Vorsitz des Vereins 1996 übernommen hatte, initiierte sie unter anderem eine Suppenküche in Lviv, in der bis 2008 an drei Stationen rund 150 Menschen versorgt werden konnten. Zudem brachte sie mehrere Schulpatenschaften, Hilfslieferungen mit randvoll beladenen Sattelschleppern und deutschen Sprachunterricht auf den Weg. Die Not in Lviv war groß und ist auch heute noch Besorgnis erregend. Rund 80 Prozent leben von einer Mindestrente von 81 Euro. Das reicht kaum zum Leben.

Die Hilfe nach Lviv zu bringen war oft schwierig. Geld transportierte Steinle eingenäht in ihre Kleidung oder in den Schuhsohlen nach Lviv. Teils musst sie erfinderisch sein: Maria Steinle selbst transportierte heimlich einen Rollstuhl nach Lviv, weil für eine offizielle Einfuhr nicht rechtzeitig eine Genehmigung aus Kiew kam. Da sie selbst zu diesem Zeitpunkt Knieprobleme hatte, setzte sie sich auf der Fahrt nach Lviv in den Rollstuhl und trat die Rückreise mit Krücken an. „Sie waren sehr erfinderisch und beharrlich“, sagte Sitzmann.

Eingestiegen in die Arbeit des Vereines war Maria Steinle, nachdem sie eine Veranstaltung mit Tänzerinnen aus Lviv besucht hatte. Da der Verein eine Buchhalterin suchte, brachte sie sich vor 22 Jahren mit ihren beruflichen Vorkenntnissen ein. Seit 1996 ist Steinle 1. Vorsitzende des Vereins Freundeskreis Freiburg-Lviv. Steinle war bei einer Reise fasziniert von der Freundlichkeit und Gastfreundschaft, die sie dort erlebt hatte. „Menschen wie Maria Steinle sind es, die über Ländergrenzen hinweg Brücken bauen. Die Freundlichkeit und Gastfreundschaft, die sie erlebt hat, hat sie tausendfach zurückgegeben“, sagte die Ministerin.

Weitere Informationen zum Bundesverdienstkreuz: http://www.bundespraesident.de/DE/Amt-und-Aufgaben/Orden-und-Ehrungen/Verdienstorden/verdienstorden-node.html

Hinweis an die Redaktionen: Fotos können nach der Ehrung in unserer Mediathek heruntergeladen und mit entsprechendem Bildnachweis honorarfrei verwendet werden.


Porträt

Edith Sitzmann

Ministerin für Finanzen

 

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