Das Neue Schloss in Stuttgart wurde ab 1746 als Residenz des württembergischen Herzogs erbaut und nach den Zerstörungen des Zweiten Weltkriegs wieder aufgebaut.
Heute ist es Sitz des Ministeriums für Finanzen sowie des Ministeriums für Wirtschaft, Handwerk und Tourismus Baden-Württemberg. Der historische Mitteltrakt dient der Landesregierung für repräsentative Veranstaltungen und offizielle Empfänge – und verbindet damit Geschichte und Gegenwart.
Das Friedrichsbad sollte als neues hochmodernes Bad den Attraktivitätsverlust kompensieren, den Baden-Badens durch das Verbot des Glücksspiel 1872 zu erleiden drohte. Mit dem Bau eines modernen Bades sollte Baden-Baden gegenüber anderen Bad- und Kurstädten somit konkurrenzfähig bleiben.
Unter der Planung und Ausführung des Bezirksbaudirektors Karl Dernfeld wurde das neue Bad in der Altstadt am Florentinerberg direkt an der Quelle zwischen 1869 und 1877 errichtet. Unter dem Einfluss der die antiken Vorbilder Caracalla- und Diokletianstherme in Rom schuf Derfeld einen terrassenförmigen "Bade-Palast" gewaltigen Ausmaßes von 65 x 50 Meter im Stil der Neo-Renaissance. Der Bau diente gleichzeitig zur Stabilisierung des Hangs und wurde in drei parallelen Gebäudeteilen gestaffelt in den Hang gesetzt.
Die Fassade des gesamten Gebäudes ist in roten und grau-gelben Sandstein geschaffen. Die Hauptfassade des Friedrichsbades am Römerplatz besteht aus einem schlicht gestalteten Untergeschoss und ein reich verziertes Obergeschoss. So befinden sich in den Bogenzwickeln des Obergeschosses Porträtmedaillons, die u.a. antike und zeitgemäße Persönlichkeiten darstellen, die für die Entwicklung des Bäderwesens und für die Geschichte der Stadt von Bedeutung waren. Die gesamte Anlage bzw. sämtliche Gebäude inkl. u.a. der Becken, 63 Duschen, 18 Wasserklosets und der Fußböden wurden durch ein aufwendiges und hochmodernes Leitungssystem gänzlich durch die Quellen bzw. dem zugehörigen Dampf versorgt, wobei u.a. eine Dampfmaschine mit Pumpsystem die höher gelegenen Gebäudeteile mit Wasser und Energie versorgte.
Die Innenräume waren u.a. mit farbigen Wand- und Deckenmalereien, sowie Mosaiken (z.B. in den Dampfbädern) aufwendig verziert. Besonders aufwendig gestaltet wurde die große Kuppel, welche von Karyatiden (Skulpturen in der antikisieren Darstellung von jungen Mädchen) getragen und mit Malereien verziert war; die obige ovale Öffnung zur Belichtung des Bades war mit blauem Glas bedeckt, um das gesamt Bad in blaues Licht zu tauchen. Das Friedrichsbad galt bei seiner Einweihung angesichts seiner "Eleganz und Vollkommenheit" als europaweit führende Musterbadanstalt mit zehn verschiedenen Arten von Bädern.
Nach 1945 bzw. nach Ende der Besatzungszeit, wobei der Ostflügel von den Allierten bis 1950/51 besetzt war, war eine umfassende Sanierung des Friedrichsbads notwendig geworden. Sowohl gab es u.a. Schäden aus der Kriegs-/Besatzungszeit als auch gesunkene Besucherzahlen durch ein verändertes Bewusstsein der Nachkriegszeit. In den 1950er und späten 1970ern Jahren erfolgten umfangreiche Sanierungsmaßnahmen so, dass die Innenausstattung aus der Entstehungszeit heute nur noch teilweise erhalten ist.
Ist die Außenfassade bis weitgehend heute erhalten, so wurde der historische Vorplatz und der Zugang völlig umgestaltet: durch den Vorbau einer Terrasse aus Beton mit darunterliegender Garage wurde die historische Zugangs-Situation mit Rampe und Treppe zum Haupteingang entfernt und durch eine seitliche versetzte Beton-Treppe ersetzt. Über dem Hauptportal fehlt heute eine der Nischenskulpturen (Nymphe) und das eiserne Vordach, das ursprüngliche Eingangsportal wurde durch eine zeittypische Metall-Glasvariante ersetzt.
CARASANA Bäderbetriebe GmbH
Römerplatz 1
76530 Baden-Baden
Weitere Kulturschätze entdecken
@finanzenBW in den Sozialen Medien
Datensicher und ohne Anmeldung: Die Social-Wall des Finanzministeriums