Schloss Scheibenhardt bei Karlsruhe entstand Ende des 17. Jahrhunderts als Jagdschloss der Markgrafen von Baden und wurde später zu einem landwirtschaftlichen Mustergut ausgebaut. Seit 1919 gehört die Anlage dem Staat Baden und ist damit heute Teil des historischen Erbes des Landes Baden-Württemberg; das ehemalige Schloss wird heute von der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste Karlsruhe für Werkstätten genutzt.
Der befestigte Hof Scheibenhardt an der einstigen Verbindungsstrasse zwischen Ettlingen und Mühlburg befand sich seit dem späten 12. Jahrhundert im Besitz des Zisterziensterkloster Herrenalb und ab 1454 im Eigentum der Stadt Ettlingen. Die Hofsiedlung ist mit einem Wall- und Wassergraben umgeben und wie eine Insel nur über Brücken zugänglich.
Im frühen 16. Jahrhundert erwerben die Markgrafen von Baden einen Teil der Hofgebäude und errichten dort ein neues Jagdhaus. Markgraf Ludwig Wilhelm von Baden lässt ab 1698 anstelle des inzwischen veraltetet Jagdhaus von seinem Hofbaumeister Domenico Egidio Rossi ein neues Jagdschloss samt Wirtschaftsgebäuden planen, das ab 1699 erbaut wird. Rossi errichtet das neue Jagd- und Lustschloss als zweigeschossiges Gebäude mit dreizehn Fensterachsen und einer großen äußeren Freitreppe an der Südseite nach dem Vorbild seines Gartenpalais für den Fürsten Lichtenstein in Wien. Nach dem Tod des Markgrafen 1707 lässt seine Witwe und neue Regentin Sybilla Augusta von Baden das Schloss samt Garten als neues landwirtschaftliches Mustergut umgestalten. Der neue Hofbaumeister Johann Michael Rohrer vergrößert das Schloss durch den Aufbau einer dritten Etage als Attika und der Aufstockung der seitlichen Terrassen samt zwei neuer Treppenhäuser.
1754 wird unter dem Hofingenieur Franz Ignaz Krohmer das inzwischen marode dritte Geschoss abgetragen und durch ein schlichtes Mansardendach mit Dachgauben ersetzt; auch die einstige südliche Freitreppe war inzwischen abgebrochen worden.
1771 fällt Scheibenhardt an die Markgrafen von Baden-Durlach, die das Augenmerk auf den landwirtschaftlichen Betrieb legen und die inzwischen renovierungsbedürftigen Wirtschaftsgebäude sanieren lassen, währen das Schloss weiterhin immer mal kurzeitig genutzt wird. Ab 1886 wird das Schloss dauerhaft zu einem Mädchenheim umgebaut und fällt wie die übrige Anlage 1919 dem Staat Baden zu. Heute beherbergt das einstige Schloss einige Werkstätten der Staatliche Akademie der bildenden Künste Karlsruhe, wobei das Schloss im Inneren inzwischen nahezu vollständig modern umgebaut ist.
Die einstige großzügige Gartenanlage ist heute nicht mehr erhalten und die Fläche zu einem Golfplatz umgebaut worden; die ehemaligen Wirtschaftsgebäude werden heute ebenfalls von dem Golfclub genutzt.
Staatl. Akademie der Künste Karlsruhe
Holz- und Metallwerkstatt auf Gut Scheibenhardt
Schloss Scheibenhardt
Gut Scheibenhardt 1
Östlicher Rundbau Raum 005, 006, 007, 008
76135 Karlsruhe
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