Das Palais kam 1805 in den Besitz der badischen Großherzöge und später des Staates Baden. Heute ist es Sitz der Heidelberger Akademie der Wissenschaften und ein bedeutendes Zeugnis badischer Landesgeschichte.
Das Palais wurde um 1717 von dem französischen Baumeister Louis Remy de la Fosse für den Kurpfälzer Geheimen Rat Philipp Carl von Hundheim errichtet. Dieser verkaufte das Gebäude jedoch noch vor Fertigstellung an den kurfürstlichen Regierungsrat zu Ladenburg weiter, der das Palais nach seinen Wünschen im Rokoko-Stil fertig stellen und einrichten ließ. Nach weiteren Eigentümerwechseln gelangte das Gebäude 1768 in den Besitz des Kurfürsten Carl Theodor von der Pfalz, in dessen Auftrag wohl um 1780 diverse Stuckaturen in den Innenräumen von den Mannheimer Stuckateuren Joseph Anton und Carlo Luca Pozzi ausgeführt wurden. In den folgenden Jahren wurde das Palais als Verwaltungsgebäude genutzt, ehe es 1805 in den Besitz der badischen Großherzöge kam und als zeitweiliges Quartier für die großherzogliche Familie und als repräsentatives Gästehaus diente.
1826 wurde die spät-barocke Fassade im klassizistischen Stil neugestaltet, wohl im Zuge der ebenfalls klassizistischen Gestaltung des gegenüberliegenden Palais Sickinger. Bereits seit 1909 dient das Palais als Sitz der Akademie der Wissenschaften, ehe es nach 1919 in Besitz des Staates Baden fiel.
Das Gebäude wurde als zweigeschossiges Palais mit 19 Zimmern und mit dahinterliegendem Hof und Terrassengarten, sowie angrenzenden Wirtschaftsgebäuden und Stallung erbaut. In der Beletage befindet sich ein großer Saal mit zwei anschließenden herrschaftlichen Appartements. Nach Übernahme in den kurfürstlichen Besitz wurde ein Teil der Räumlichkeiten im Erdgeschoss für dienstliche Zwecke genutzt werden, die übrigen Zimmer im Erdgeschoss und ein Teil der Räume im Obergeschoss als Wohnung für den Amtsmann und die repräsentativsten Zimmer im Obergeschoss als Appartement für den Oberamtsmann oder als kurfürstliche Absteige benutzt.
Das Palais gehörte seinerzeit zu den bedeutendsten Gebäuden der Stadt und bildet durch seinen großzügigen Grundriss, Ausstattung und Garten eine außergewöhnlich ambitionierte architektonische Anlage.
Das Palais ist heute als Sitz der Akademie der Wissenschaften nur eingeschränkt öffentlich zugänglich.
Heidelberger Akademie der Wissenschaften
Karlstraße 4
69117 Heidelberg
Weitere Kulturschätze entdecken
@finanzenBW in den Sozialen Medien
Datensicher und ohne Anmeldung: Die Social-Wall des Finanzministeriums
