Das Kloster Kirchberg geht auf eine Burg aus dem Jahr 1095 zurück und entwickelte sich ab dem 13. Jahrhundert zu einem bedeutenden Frauenkloster, das später barock umgebaut wurde. Nach der Säkularisierung fiel die Anlage 1805 an das damalige Königreich Württemberg und wurde anschließend unter anderem als landwirtschaftliche Schule genutzt. Seit 1919 gehört das Kloster dem Land Baden-Württemberg und wird heute von der Evangelischen Michaelsbruderschaft genutzt.
Erstmals wird an der Stelle des Kloster 1095 eine Burg im Besitz eines Arnold von Kirchberg erwähnt. 1237 verkaufte der damalige Besitzer Graf Burckhard III. von Hohenberg den Ort Kirchberg und die Überreste der dortigen Burg, woraufhin dort ein Frauenkloster entstand, welches 1245 von Papst Innozenz IV. bestätigt wurde und die Augustinerregel verliehen bekam, und der Vogtei der Grafen von Hohenberg unterstellt war. Um 1270 wird das dem hl. Domenikus und der h. Katharina von Siena geweihte Kloster der Obhut des Dominikanerklosters in Rottweil unterstellt. Während der Reformation nahm das Kloster neue Ordensschwestern aus reformierten Klöstern u.a. aus Pforzheim auf. Durch Schenkungen konnte der Orden seine Besitzungen ausbauen, welche bis in das 15. Jahrhundert von Laienbrüdern bewirtschaftet wurden. Nach Plünderungen und wirtschaftlichen Verlusten im Dreissigjährigen Krieg konnte sich das Kloster wieder erholen und plante ab 1688 den barocken Um- bzw. Neubau der gotischen Klosteranlage. Bis 1749 wurde die Anlage unter dem Rottweiler Baumeister Joseph Feuerstein und den Tiroler Baumeistern Martin Sprenger und Caspar Weissenbach umgestaltet. Hierbei erhielt der u.a. Konventsbau einen schlossartigen dominanten Westflügel und in der Klosterkirche wurde der Nonnenchor auf die westliche Empore verlagert. Zudem wurde die Kirche mit einem barocken dreiteiligen Hochaltar und einer Kanzel ausgestattet. Im Zuge der Säkularisierung fiel das Kloster und die Herrschaft Hohenberg 1805 an das Kurfürstentum bzw. spätere Königreich Württemberg. 1806 wurde das Kloster aufgehoben und 1851 in der Anlage eine der vier neuen Ackerbauschulen Württembergs eingerichtet, die bis 1941 bestand. Teile des Klosters wurden 1868 mit der Erlaubnis des württembergischen Hofes von der brandgeschädigten Nachbargemeinde Rosenfeld als Steinbruch genutzt, wobei der Süd- und Ostflügel, sowie der nördliche Kreuzgang abgebrochen wurde. 1919 fiel das Kloster in Landesbesitz und 1957 bezog die Evangelische Michaelsbruderschaft der Berneuchener Bewegung die ehemaligen Klostergebäude, welche die Anlage bis heute nutzt.
Berneuchener Haus
Kloster Kirchberg
72172 Sulz am Neckar
empfang@klosterkirchberg.de
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