Das Münster Schwarzach gehört zum ehemaligen Benediktinerkloster Schwarzach und zählt zu den bedeutenden romanischen Kirchenbauten am Oberrhein. Mit der Säkularisierung 1802/03 fiel die Anlage an das Großherzogtum Baden und befindet sich heute im Besitz des Landes Baden-Württemberg. Das aus dem Kloster stammende „Schwarzacher Köpfchen“, eine der frühesten figürlichen Glasmalereien Europas, wird heute im Badischen Landesmuseum aufbewahrt.
Das Münster Schwarzach gehört zum einstigen Benediktiner-Kloster Schwarzach, das 826 erstmals belegt ist. Das heute erhaltene Münster wurde wohl um 1220/30 nach dem Vorbild der sog. Hirsauer Schule des 11. Jhd. als flachgedeckte Säulenbasilika mit apsidialen Chor mit Kreuzrippengewölbe erbaut. Der später ergänzte Vierungsturm zeigt bereits gotische Stilelemente. Die im romanischen Stil errichtete Kirche ist aus roten Backsteinen erbaut und bildet damit eine Seltenheit unter noch erhaltenen romanischen Großbauten am Oberrhein.
Während der Bauernkriege 1525, im Dreissigjährigen Krieg und dem folgenden Pfälzischen Erbfolgekrieg im 17. Jhd. wurde die Anlage mehrfach beschädigt und teilweise zerstört. Im Zuge der Barockisierung unter Baumeister Peter Thumb von 1724-32 wurde das Kloster und die Kirche jedoch wieder aufgebaut bzw. umgestaltet. Das Münster wurde hierbei u.a. um zwei breite Seitenschiffe ergänzt. Unter dem Badischen Bauforscher und Architekten Josef Durm wurde die bisherige barockisierte Innenausstattung der Kirche von 1787-1897 neo-romanisch umgestaltet bzw. „restauriert“.
Mit der Säkularisierung 1802/03 fiel das Kloster an das Großherzogtum Baden und befindet sich heute in Landesbesitz. Das Münster diente heute der katholischen Gemeinde Baden-Baden als Pfarrkirche.
Von der einstigen Klosteranlage sind neben dem Münster heute noch einige Wirtschaftsgebäude und das Klosterportal aus dem späten 18. Jhd. erhalten.
In den 1960er Jahren wurde versucht die Kirche unter dem Bauforscher Arnold Tschira wieder in seiner ursprünglichen romanischen Erscheinungsform zurück zu setzen; hierbei wurden u.a. die barocken Seitenschiffe abgerissen und der Innenraum in seine mögliche rote Farbigkeit und romanische Gestaltung umgestaltet.
Die früheste figürliche Glasmalerei Europas, das sog. Schwarzacher Köpfchen, aus dem späten 10. Jhd. entstammt der Anlage und befindet sich heute im Badischen Landesmuseum.
Pfarrbüro Rheinmünster
Münsterstr. 12
77836 Rheinmünster-Schwarzach
Tel. 07227/2150
info@compastoral.de
Weitere Kulturschätze entdecken
@finanzenBW in den Sozialen Medien
Datensicher und ohne Anmeldung: Die Social-Wall des Finanzministeriums