Das Neue Schloss in Stuttgart wurde ab 1746 als Residenz des württembergischen Herzogs erbaut und nach den Zerstörungen des Zweiten Weltkriegs wieder aufgebaut.
Heute ist es Sitz des Ministeriums für Finanzen sowie des Ministeriums für Wirtschaft, Handwerk und Tourismus Baden-Württemberg. Der historische Mitteltrakt dient der Landesregierung für repräsentative Veranstaltungen und offizielle Empfänge – und verbindet damit Geschichte und Gegenwart.
Das Neue Schloss wurde ab 1746 als neues Residenzschloss für den jungen Herzog Carl Eugen von Württemberg erbaut (1728-1793 reg. ab 1744), nachdem das gegenüberliegende Alte Schloss nicht mehr seinen Ansprüchen genügte. Nach dem Entwurf des Architekten Leopoldo Retti und unter Leitung des Baumeisters Christoph David Leger wurde zunächst der Gartenflügel, worin sich die Wohnräume des Herzogs und seiner Gattin befinden sollte, und der Mitteltrakt, das sog. Corps de Logis, in Angriff genommen. Bis 1749 waren diese im Stil des Rokokos fertig gestellt und mit der kostbaren Innenausstattung der Räume im Gartenflügel konnte begonnen werden. Zeitgleich wurde der Bau des Stadtflügels in Angriff genommen. Nach dem plötzlichen Tod von Leopoldo Retti übernahm ab 1752 der Architekt Philippe de la Guepiere den Fortgang des Schlossbaus und vollendete den Stadtflügel sowie das Portal im Stil des aufkommenden Klassizismus, sowie die Kuppel des Mitteltrakts.
Nachdem die herzoglichen Wohnräume im Gartenflügel vollständig eingerichtet waren, brach Ende 1762 ein Feuer aus und vernichtete den gesamten Flügel. Man bemühte sich sogleich auch wieder um den Wiederaufbau des Gartenflügels, allerdings scheiterte dies u.a. an den steigenden Kosten und dem nachlassenden Interesse des Herzogs am Neuen Schloss.
Ab 1775 wurden die Bauarbeiten am Schloss unter dem nunmehrigen Architekten Reinhard Ferdinand Fischer wieder aufgenommen. Der Besuch des russischen Großfürsten-Paares 1782 brachte nochmals einen massiven Anschub der weiteren Arbeiten am Schloss mit sich. In den folgenden Jahren wurde auch der Stadtflügel vollständig ausgestattet und der Gartenflügel bis 1791 wiederaufgebaut. Beim Tod Herzogs Carl Eugens 1793 war das Neue Schloss dennoch nicht in allen Bereich vollendet, sondern wurde erst im 19. Jahrhundert unter König Friedrich I. vollständig fertig gestellt.
Während des 2. Weltkriegs wurde das Neue Schloss bei Fliegerangriffen im Frühjahr und Sommer 1944 massiv beschädigt. Nach Ende des Kriegs standen vom Schloss fast nur noch die Außenmauern, während die Innenräume zum großen Teil zerstört waren. Bis Ende der 1950er Jahre blieb das Neue Schloss als Ruine der Witterung und dem Verfall ausgesetzt, ehe man sich 1958 zum Wiederaufbau entschloss und ab 1960 mit den Bauarbeiten begann. Hierbei wurden die beiden Seitenflügel nur in der Außenfassade rekonstruiert und im Inneren moderne Büroräume eingebaut. Im Mitteltrakt wurde das Treppenhaus und in der Beletage der Marmorsaal wieder weitgehend original rekonstruiert. Die angrenzenden Räume wurde in einer Mischung aus historischer Rekonstruktion und zeitgenössischer Innenarchitektur gestaltet und werden für Repräsentationszwecke der Landesregierung genutzt.
Der Mitteltrakt ist zu einzelnen Sonderöffnungen zu besichtigen, die Seitenflügel beherbergen heute das Finanzministerium (Gartenflügel) und das Wirtschaftsministerium (Stadtflügel) und sind nicht zugänglich.
Neues Schloss
Schlossplatz 4
70173 Stuttgart
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