Seit dem Marienwunder von 1643 entwickelte sich die Predigerkirche (ehemals Kloster-Kirche St. Peter und Paul) zu einem bedeutenden Wallfahrtsort in Württemberg. Die barocke Umgestaltung im 18. Jahrhundert und die spätere Nutzung als evangelische Kirche machen sie heute zu einem der wichtigsten erhaltenen Beispiele barocker Bettelordenskirchen in Baden-Württemberg.
Die Kirche wurde ab 1258 als Klosterkirche des Dominikanerklosters Rottweil erbaut und um 1282 geweiht. Das Bauwerk wurde im Stil der Gotik errichtet, jedoch in der für Bettelorden typischen zurückhaltenden Gestaltung: polygonaler Chor mit Strebepfeilern an einem dreischiffigen, sechsjochigen Langhaus mit flacher Decke und schlichten Rundbogenfenstern unter einem durchgehenden Satteldach mit Dachreiter.
Ab Mitte des 17. Jahrhunderts setzte eine verstärkte Wallfahrt zur Kirche ein aufgrund eines Marienwunders 1643 (sogenannte Wunder der Augenwende). Bereits 1731 wurde der Lettner, der den Chor vom übrigen Kirchenraum abtrennte, abgetragen. Im Zuge der Barockisierung zwischen 1753 und 1755 wurde das Langhaus unter Leitung des Baumeisters Joseph Zündt als fünfjochige Wandpfeiler-Langhaus mit Stichkappen-Tonne neugestaltet. Die Decke im Chor und Langhaus wurde zudem mit zahlreichen Fresken des Ulmer Malers Joseph Wannenmacher und skulpturaler Schmuck verziert, und diverse Haupt- und Nebenaltäre mit Altargemälden der Maler Meinrad von Ow und Johann Achert, Kanzel, Orgel und Kirchenbänke im Spätbarocken-Stil wurden neu gefertigt.
Im Zuge der Säkularisierung wurde das Kloster 1803 aufgehoben und ab 1806 als Predigerkirche den evangelischen Gläubigen der württembergischen Garnison in Rottweil überlassen. Ab 1818 wurde sie als evangelische Pfarrkirche genutzt.
1924 und 1971-1974 erfolgten umfangreiche Restaurierungen.
Die Kirche gehört heute zu den wichtigsten erhaltenen Bettelordenskirchen Süddeutschlands und stellt ein bedeutendes Beispiel der Barockisierung von Sakralbauten dar.
Evangelische Kirchengemeinde
Predigerkirche
Kriegsdamm 2
78628 Rottweil
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