Das Schloss Bonndorf gehörte nach dem Verkauf an das Kloster St. Blasien ab 1613 über viele Jahre zu einer bedeutenden geistlichen Herrschaft im heutigen Baden-Württemberg. Im Zuge der Säkularisation ging es Anfang des 19. Jahrhunderts in den Besitz des Großherzogtums Baden über und wurde anschließend für staatliche Aufgaben genutzt, unter anderem als Schule, Notariat und Amtsgericht. Heute befindet sich das denkmalgeschützte Schloss im Eigentum der Stadt Bonndorf und dient als Kulturzentrum. Damit spiegelt es die Entwicklung von einer klösterlichen Residenz über staatliche Verwaltungsnutzung bis hin zu einer öffentlichen Einrichtung in Baden-Württemberg wider.
Das Schloss Bonndorf war von 1592 bis 1595 von dem Freiherrn Peter von Mörsberg und dessen Sohn und Nachfolger Joachim Christoph von Mörsberg wohl ursprünglich als Wasserschloss im Renaissancestil errichtet worden. 1613 wurde Schloss und Herrschaft Bonndorf an das Kloster St. Blasien im Schwarzwald verkauft worden.
Dessen späterer Abt Blasius III. ließ das Schloss von 1723 bis 1727 im barocken Stil umbauen, indem er einen Anbau für ein repräsentatives Treppenhaus an der Südseite und ein Portal mit kleiner Freitreppe sowie zwei Rundtürme mit Zwiebelhauben an der Nordseite anbauen ließ. In den folgenden Jahren wurde im Inneren der Festsaal mit einem stuckierten Spiegelgewölbe und Fresken von Franz Josef Spiegler verziert und weiter Räume mit aufwendigen Stuckaturen von Franz Jospeh Vogler gestaltet. Die Fassade des dreigeschossige Schlosses ist durch eine auffällige Fassadenmalerei in Form von barocken Fensterlaibungen gegliedert und mit dem prunkvollen Wappen von Abt Blasius III. über dem Hauptportal verziert.
Die ehemals im Schloss vorhandene Kapelle wurde 1727 durch den Neubau der separaten barocken St. Nikolauskapelle ersetzt. Das Schloss war von einer größeren Gartenanlage umgeben, dem heutigen Schlosspark bzw. Kurpark. Dieser wird vom Schlossbrunnen gespeist, dessen Wasser aus drei Quellen im Stadtgebiet stammt.
Mit der Sakulärisierung gelangte das Schloss in den Besitz des badischen Großherzogtums, im zuge dessen auch die Nikolauskapelle auf den damaligen neuen Friedhof, dem heutigen Stadtgarten, versetzte wurde. Im 20. Jahrhundert wurde das Schloss u.a. als Schule, Notariat und Amtsgericht genutzt. Nach einer umfassenden Sanierung in den 1970ern Jahren wird das Schloss heute von der Kommune Waldshut als Kulturzentrum genutzt. Im Schlosspark befindet sich auch der 1993 angelegte Japanische Garten, sowie eine Grenzsteinsammlung mit Steinen ab den 17. Jahrhundert aus dem südlichen Schwarzwald.
Schloss Bonndorf
Schlossstraße 9
79848 Bonndorf
Telefon: +49 7703 7978
schloss-bonndorf@landkreis-waldshut.de
Weitere Kulturschätze entdecken
@finanzenBW in den Sozialen Medien
Datensicher und ohne Anmeldung: Die Social-Wall des Finanzministeriums
