Das Schloss Rosenstein in Stuttgart wurde ab 1824 im Auftrag von König Wilhelm I. von Württemberg als Sommerschloss der königlichen Familie erbaut. Es entstand als Teil der württembergischen Schloss- und Gartenanlagen und war eng mit der Geschichte des Königreichs Württemberg verbunden. Heute beherbergt das Schloss Teile des Naturkundemuseums. Der angrenzende Rosensteinpark zählt bis heute zu den bedeutendsten englischen Landschaftsgärten des frühen 19. Jahrhunderts in Baden-Württemberg und ist ein wichtiger Teil des kulturellen Erbes des Landes.
Schloss Rosenstein in Stuttgart-Bad Cannstatt wurde ab 1824 im Auftrag von König Wilhelm I. von Württemberg am Rande des Neckars auf dem Gelände des ehemaligen Kahlenstein, als Abschluss der oberen Schlossgartenanlagen errichtet. Bereits 1817 hatte der König mit seiner damaligen Gattin Königin Catharina ein Sommerschloss für die königlichen Familie vor den Toren Stuttgarts geplant. Nach dem überraschenden Tod der Königin Anfang 1819 kam die Planung zunächst ins Stocken. Ab 1822 wurde dann zunächst eine weitläufige Gartenanlage im englischen Stil durch den Oberhofgärtner Johann Wilhelm Bosch angelegt. Ab 1824 bis 1829 wurden dann nach einem Entwurf des Hofarchitekten Giovanni Salucci das Schloss im neoklassizistischen Stil einer antiken eingeschossigen Villa mit Halbgeschoss errichtet. Das Gebäude gruppierte sich um zwei Innenhöfe mit jeweils eigenen Räumen für das Königspaar und den Kindern in den Seitenflügeln und einem Festsaal mit darüber liegendem Vestibül im erhöhten Mitteltrakt. Im Äußeren mit Anklängen an einem klassizistischen Tempel gestaltet, war das Schloss im Inneren u.a. im Festsaal mit historisierenden neobarocken Malereien mit Motiven antiker Göttersagen (Amor und Psyche) der Maler Joseph Anton Gegenbaur und Gottlob Gutekunst und einem neuklassizistischen Stuck-Fries mit Darstellungen der vier Jahreszeiten von Conrad Weitbrecht verziert und die Räume im Empirestil eingerichtet. Im Schloss etablierte der König eine umfangreiche private Sammlung von zeitgenössischen Gemälden und Skulpturen an. König Wilhelm I. starb am 25. Juni 1864 im Schloss Rosenstein.
Das Schloss wurde im zweiten Weltkrieg stark beschädigt und danach nurmehr vereinfacht ohne größere Rekonstruktionen der Innenräume wieder aufgebaut und beherbergt heute Teile des Naturkundemuseum.
Der Park wurde 1865 noch um am Gebäude angrenzenden Rosengarten ergänzt und auf dem Gelände bereits 1827 ein Offiziengebäude, 1833 eine Meierei, sowie das Löwentor mit zwei Portiershäuschen 1833/34 als Zugang zum Park errichtet. Bis auf das Löwentor wurden die übrigen Gebäude im Krieg zerstört. Der Park ist heute nur noch mit der Hälfte der ursprünglichen Fläche erhalten, ist aber in seiner Gestaltung als Landschaftsgarten noch immer erkennbar. Der Park gehört bis heute zu den bedeutendsten englischen Landschaftsgärten des frühen 19. Jhd. in Baden-Württemberg.
Schloss Rosenstein
Naturkundemuseum
Rosenstein 14
70191 Stuttgart
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