Der Schlossplatz entstand im 19. Jahrhundert aus dem ehemaligen Lustgarten vor dem Neuen Schloss und ist heute einer der bekanntesten Plätze Baden-Württembergs.
Der Schlossplatz liegt direkt vor dem Neuen Schloss, in dem das Ministerium für Finanzen sowie des Ministeriums für Wirtschaft, Handwerk und Tourismus Baden-Württemberg seinen Sitz hat.
Der Schlossplatz in Stuttgart bildete bis zum Beginn des 18. Jahrhunderts einen Teil des herzoglichen Lustgartens vor den Toren des Alten Schloss Stuttgart. Mit dem Bau des Neuen Schloss/Residenzschloss ab 1748 unter Herzog Carl Eugen wurde auch der Platz bzw. Teile des Lustgartens umgestaltet. Vor dem dreiflügeligen Neuen Schloss wurde ein Ehrenhof bzw. Platz für Militärparaden angelegt und zunächst von einer doppelreihigen Kastanienallee begrenzt.
Ab dem frühen 19. Jahrhundert wurde unter König Wilhelm I. der Platz durch den Abriss von angrenzenden Gebäuden bis zur heutigen Königstrasse hin erweitert und ab 1818 als eigenständiger Platz angelegt, mit Kies belegt und mit umlaufenden Kastanienalleen umrahmt. Der Ehrenhof vor dem Neuen Schloss wurde durch Ketten und steinerne Postamente, die mit den württembergischen Wappentieren Löwe und Hirsch aus Gusseisen des Bildhauers Antonio Isopi 1823 bekrönt wurden, zum Schlossplatz abgetrennt. Gegenüber dem Schloss wurde der Platz durch den von 1885-59 errichtete Königsbau und der davor verlaufenden Königsstrasse begrenzt. Im Ehrenhof des Schlosses wurde 1859 das Reiterstandbild für den württembergischen Herzog Eberhard im Barte des Hofbildhauers Johann Ludwig von Hofer errichtet. Dieses wurde unter König Karl I. 1865 jedoch in den Innenhof des Alten Schloss versetzt.
1860 wurde der Schlossplatz erneut umgestaltet und der Kiesbelag durch Rasenflächen und Blumenrabatten ersetzt. Den Mittelpunkt bildet die Jubiläumssäule, welche 1841 zum 25. Regierungsjubiläum König Wilhelms I. zunächst im Ehrenhof des Neuen Schloss temporär errichtet wurde und bis 1846 durch den Bildhauer Johann Michael Knapp vollendet und in die Mitte des Schlossplatzes versetzt. Die Säule wurde 1863 durch die Skulptur der Concordia, die Göttin der Eintracht, des Hofbildhauers Johann Ludwig von Hofer bekrönt. Im gleichen Jahr wurden ebenfalls zwei Brunnen des Architekten Christian Friedrich Leins und des Bildhauer Karl Kopp, mit den Allegorien der württembergischen Flüsse, geschaffen und flankierend neben die Jubiläumssäule gesetzt. 1871 schuf Leins noch eine gusseisernen Musikpavillon, der ursprünglich direkt in der Achse von Neuen Schloss und Jubiläumssäule gesetzt wurde. Dem gegenüber zwischen Jubiläumssäule und Königsbau stand einst das 1889 errichtete Denkmal für Herzog Christoph von Württemberg des Bildhauers Paul Müller geschaffen. Erst 1960 wurden das Denkmal und der Musikpavillon an ihre heutigen Standorte versetzt, wodurch allerdings die Symmetrie des Platzes zerstört wurde.
1971 wurde der Platz im Zuge der Bundesgartenschau umgestaltet und blieb in dieser Form bis heute erhalten. Bis heute wird der Platz temporär für Veranstaltungen genutzt.
Schlossplatz
70173 Stuttgart
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