Das Wilhelma-Theater wurde zwischen 1837 und 1840 im Auftrag von König Wilhelm I. von Württemberg erbaut. Nach einer umfassenden Sanierung wird es seit 1987 von der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst Stuttgart als Lehr- und Probebühne genutzt.
Damit verbindet das historische Theater die württembergische Geschichte mit der künstlerischen Ausbildung und Kulturförderung des Landes Baden-Württemberg.
Das Wilhelma-Theater wurde ursprünglich als „Königliches Hoftheater in Kannstadt“ von 1837-1840 im Auftrag und auf Kosten von König Wilhelm I. von Württemberg errichtet, da dieser sowohl in der Nähe seines Sommerschlosses Rosenstein als auch für die Kurstadt Bad Cannstatt ein Theater wünschte.
Nach einem Entwurf des Architekten Ludwig von Zanth wurde das Theater am Neckarufer im Stil der Neo-Renaissance erbaut. Das aus dem Bühnen- und dem Zuschauerraum bestehende Gebäude wird an der Frontseite mit einem Mittelrisalit in Form eines Altans und drei Rundbogenfenstern, welche die gesamte Höhe des Obergeschosses einnehmen, verziert. Der zweitrangige Zuschauerraum in ovaler, leicht ansteigender Form ist von Zanth mit farbigen antikisierenden Malereien geschmückt worden. Im Zuschauerraum waren der erste Rang und die Loge der königlichen Familie und dem Adel vorbehalten, während Parkett und der zweite Rang für die bürgerlichen Besucher verfügbar waren.
Ab 1842 errichtete Zanth auf dem angrenzenden Gelände unterhalb des bestehenden Schlosses Rosenstein das neue private Refugium für König Wilhelm I., welches ab 1843 als „Wilhelma“ betitelt wurde.
Das Theater wurde jedoch wohl nur bis 1847 genutzt, ehe es ab 1900 dank der Initiative einer privaten Fördergesellschaft wieder bespielt wurde. Im Zuge dessen wurden auch zwei separate Treppenhäuser seitlich an die Frontseite angebaut. Bis 1928 wurde das Haus für Operettenaufführungen genutzt, und nach dem Krieg bis 1962 als Kino, wobei hierbei u.a. die farbigen Malereien einfarbig übertüncht wurden. Da das Haus zwischenzeitlich den Sicherheits-Anforderungen nicht mehr genügte, durfte es nicht mehr genutzt werden und drohte ab Mitte der 1960er Jahre zu verfallen. 1985 erfolgte dann eine umfassende Sanierung, im Zuge dessen dann u.a. auch die Treppenhäuser des frühen 20. Jhd. wieder abgerissen und eine Rekonstruktion der einstigen Innenraumgestaltung samt den Malereien erfolgte. Seit 1987 dient das nunmehr als „Wilhelma-Theater“ umbenannte Haus der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst als Lehr- und Probebühne. Das Theater ist für Vorstellungen und Führungen heute wieder öffentlich zugänglich.
Wilhelma-Theater
Neckartalstrasse 9
70376 Stuttgart
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