Vermögen und Hochbau

Energetische Sanierung von Landesgebäuden kommt voran

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Archivbild: Finanzstaatssekretärin Gisela Splett in der neuen Wärmeversorgungszentrale für das Polizeipräsidium Einsatz in Bruchsal. (Bild: Vermögen und Bau Baden-Württemberg, Amt Karlsruhe)
Finanzstaatssekretärin Gisela Splett (r.) in der neuen Wärmeversorgungszentrale für das Polizeipräsidium Einsatz in Bruchsal.

In den Jahren 2018 und 2019 sind an landeseigenen Gebäuden insgesamt 325 energiesparende Baumaßnahmen fertiggestellt worden. Dafür hat das Land rund 100 Millionen Euro investiert. Mit den Arbeiten vor allem an den Gebäudehüllen und technischen Anlagen wird der jährliche Wärmeverbrauch um rund 31,6 Millionen Kilowattstunden gesenkt. Gleichzeitig wird der Stromverbrauch um ungefähr 6,1 Millionen Kilowattstunden pro Jahr verringert. Durch den reduzierten Wärme- und Stromverbrauch werden jedes Jahr etwa 9.900 Tonnen CO2 eingespart.  

„Wir sind weiter auf einem sehr guten Weg, die Klimaschutzziele für unsere Landesgebäude zu erfüllen. Es ist notwendig und wichtig, energetische Sanierungen fortzuführen und den Anteil erneuerbarer Energie weiter zu erhöhen“, sagte Finanzstaatssekretärin Gisela Splett.

Der Anteil erneuerbarer Energie bei der in Landesgebäuden genutzten Wärme betrug Ende 2019 rund 11 Prozent des gesamten Wärmeverbrauchs. Bis Ende 2019 wurde eine Photovoltaikfläche von insgesamt rund 107.000 Quadratmetern auf Landesliegenschaften installiert. Im Vergleich zu 2010 ist die Fläche somit um 107 Prozent gestiegen. Das Plus an Leistung beträgt - bezogen auf das Jahr 2010 - sogar 124 Prozent. Die Leistung aller Photovoltaikanlagen auf landeseigenen Liegenschaften liegt bei rund 14.000 Kilowatt Peak. Damit konnte 2019 so viel Strom erzeugt werden, wie ihn knapp 3.500 Vierpersonen-Haushalte in einem Jahr verbrauchen.

Am 18. Februar 2020 hat die Landesregierung das fortgeschriebene Energie- und Klimaschutzkonzept für landeseigene Liegenschaften beschlossen. Gegenüber dem bisherigen Konzept wurden die Klimaschutzziele nochmals verschärft und bis zum Jahr 2050 fortgeschrieben. Die in Landesgebäuden verursachten CO2-Emissionen sollen bis 2030 um mindestens 65 Prozent und bis 2040 um mindestens 80 Prozent reduziert werden, jeweils gegenüber dem Basisjahr 1990. Bis 2050 ist eine Absenkung um mindestens 90 Prozent vorgesehen. Die CO2-Emissionen landeseigener Liegenschaften sollen vor allem über zwei Wege weiter gesenkt werden: durch eine Reduzierung des Energieverbrauchs sowie durch den schrittweisen Ersatz fossiler Energieträger durch erneuerbare Energien. Das Land Baden-Württemberg ist Eigentümer von rund 8.000 Gebäuden.

Beispiele für energetische Bauprojekte 2019 (Fertigstellung)

  • Ulm, Universität, Energetische Sanierung, Gebäude M25, 2. Bauabschnitt, 1. und 2.Teilabschnitt
    Investition: rund 4 Millionen Euro
    Einsparung Wärme: 1.269.000 kWh/Jahr  
    Einsparung Strom: 165.000 kWh/Jahr
    CO2-Minderung: 228 Tonnen/Jahr 
  • Stegen, Bildungs- und Beratungszentrum für Hörgeschädigte, Sanierung Haus 14 (2. Bauabschnitt, 2.Teil). Brandschutzsanierung, Energetische Sanierung Gebäudehülle (neue Fenster, Wärmedämmung, Gründächer), Kernsanierung Haustechnik
    Investition: rund 2,5 Millionen Euro
    Einsparung Wärme: 65.000 kWh/Jahr
    Einsparung Strom: 15.000 kWh/Jahr
    CO2-Minderung: 13,13 Tonnen/Jahr
  • Hohenheim, Universität, Fenstertausch
    Investition: rund 1,8 Millionen Euro
    Einsparung Strom: 236.680 kWh/Jahr
    CO2-Minderung: 47,81 Tonnen/Jahr
  • Bruchsal, Polizeipräsidium Einsatz, Erneuerung Heizzentrale und Blockheizkraftwerk, Einbindung Geothermie
    Investition: rund 1,8 Millionen Euro
    Einsparung Strom: 3.864.000 kWh/Jahr  
    Einsparung Strom: 15.000 kWh/Jahr
    CO2-Minderung: 749 Tonnen/Jahr
  • Ravensburg-Bavendorf, Kompetenzzentrum Obstbau-Bodensee,
    Verwaltungsgebäude, Energetische Fassadensanierung
    Investition: rund 540.000 Euro
    Einsparung Wärme: 95.000 kWh/Jahr
    CO2-Minderung: 3,8 Tonnen/Jahr
  • Stuttgart, Finanzamt Stuttgart IV, Photovoltaik
    Investition: rund 170.000 Euro
    Einsparung Strom: 75.000 kWh/Jahr
    CO2-Minderung: 0 Tonnen/Jahr* 

Beispiele für energetische Bauprojekte 2018 (Fertigstellung)

  • Adelsheim, Justizvollzugsanstalt, Neubau einer Heizzentrale mit
    zwei Hackschnitzelkesseln, zwei Blockheizkraftwerken und einem
    Erdgaskessel
    Investition: rund 800.000 Euro
    Einsparung Wärme: 5.094.000 kWh/Jahr
    CO2-Minderung: 1.082 Tonnen/Jahr
  • Heilbronn, Hochschule, Energetische Sanierung Bauteil B mit Mensa, Einsatz neuer Küchengeräte und Umstellung von Küchengeräten von Dampf auf elektrischen Betrieb
    Investition: rund 1 Million Euro
    Einsparung Wärme: 581.000 kWh/Jahr
    CO2-Minderung: 117 Tonnen/Jahr
  • Stuttgart, Universität, Energetische Fassadensanierung mit Fenstertausch bei der Materialprüfungsanstalt
    Investition: rund 4 Millionen Euro
    Einsparung Wärme: 617.000 kWh/Jahr
    CO2-Minderung: 123 Tonnen/Jahr
  • Konstanz, Hochschule für Technik, Wirtschaft und Gestaltung, Installation von drei Photovoltaikanlagen
    Investition: rund 130.000 Euro
    Einsparung Strom: 64.000 kWh/Jahr
    CO2-Minderung: 0 Tonnen/Jahr*
  • Heidelberg, Ruprecht-Karls-Universität, Einsatz moderner LED-Beleuchtungstechnik in verschiedenen Gebäuden
    Investition: rund 190.000 Euro
    Einsparung Strom: 57.190 kWh/Jahr
    CO2-Minderung: 0 Tonnen/Jahr*
  • Konstanz, Universität, Erneuerung der raumlufttechnischen Anlage
    inklusive Einsatz moderner Wärmerückgewinnung im Gebäude L
    Investition: rund 2 Millionen Euro
    Einsparung Wärme: 3.200.000 kWh/Jahr
    CO2-Minderung: 611 Tonnen/Jahr

* Wegen des Bezugs von zertifiziertem Ökostrom senken Stromeinsparungen den CO2-Ausstoß nicht unmittelbar. Sie bleiben unabhängig davon ein wichtiger Baustein, um die Landesverwaltung beim Gebäudebetrieb nachhaltig und ressourcenschonend aufzustellen.

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