Bundesrat

Vier Länder fordern gesetzliche Sonderregelung zur Verjährung bei Cum-Ex-Geschäften

Berechne Lesezeit
  • Teilen
Das Gebäude des Bundesrats / Foto: Bundesrat

Durch die übliche 10-Jahres-Verjährungsfrist bei Steuerhinterziehung könnte der Staat im Zusammenhang mit so genannten Cum-Ex-Geschäften Milliarden Euro verlieren. Deshalb fordern die Länder Bremen, Baden-Württemberg, Schleswig-Holstein und Hamburg die Bundesregierung auf, für diese Fälle von besonders dreistem Steuerbetrug eine gesetzliche Sonderregelung im Rahmen des Jahressteuergesetzes 2020 aufzunehmen. Das Ziel: Auch für steuerlich verjährte Fälle sollen die Täter die ergaunerten Milliarden zurückzahlen müssen.

Bremens Finanzsenator Dietmar Strehl betont: „Es wäre unerträglich, wenn wir tatenlos hinnehmen, dass die Betrüger das Geld behalten können. Der Staat muss alles Erdenkliche tun, um die erschwindelten Milliarden zurückzubekommen. Die Cum-Ex-Geschäfte zeugen von einer enormen kriminellen Energie. Ein groß angelegter Steuerbetrug, der neben strafrechtlichen auch finanzielle Folgen haben muss. Nur weil mehr als zehn Jahre vergangen sind, darf es kein „schutzbedürftiges Vertrauen“ der Täter geben, dass sie ihre auf Betrug basierenden Milliardengewinne behalten können. Wir brauchen hierfür eine Sonderregelung. Ich hoffe, dass es für unseren Antrag in der morgigen Sitzung des Finanzausschusses des Bundesrates eine Mehrheit gibt. Die schwere der Vergehen rechtfertigt eine Einziehung von verjährten Steuern – auch rückwirkend.“

Baden-Württembergs Finanzministerin Edith Sitzmann sagt: „Bei Steuerbetrug darf es kein Pardon geben. Cum/Ex- und Cum/Cum-Geschäfte haben enorme Schäden verursacht. Es kann nicht sein, dass die Allgemeinheit darauf sitzen bleibt. Wir tun alles, um die Verursacher zur Rechenschaft zu ziehen.“

Schleswig-Holsteins Finanzministerin Monika Heinold: „Angesichts der drohenden Verjährung besteht jetzt dringender Handlungsbedarf. Verfallsdaten für Steuerbetrug sind nicht hinzunehmen. Der Staat muss darauf achten, dass die zu zahlenden Steuern auch tatsächlich eingenommen werden.“

Weitere Meldungen

Finanzminister Danyal Bayaz im Gespräch / Foto: Marijan Murat/dpa
Wirtschaftsförderung

Neue Zeitrechnung für Risikokapital-Förderung in Baden-Württemberg

Risikokapital vom Land:  Jetzt geht‘s los, Podcast mit Finanzminister Danyal Bayaz
Podcast

Risikokapital vom Land

Finanzminister Danyal Bayaz
Interview

„Die wirtschaftliche Lage hat etwas ins Kippen gebracht“

Eine Waldlichtung, im Vordergrund ist in gelb die Silhouette des Landes Baden-Württemberg zu sehen.
Finanzpolitik

Land erweitert Anlagestrategie für Pensionsrücklagen mit neuem Fonds

Tragkonstruktion aus Holz und Akustikbeplankung an der Decke im Foyer
Vermögen und Bau

Neubau THIS für die Pädagogische Hochschule Schwäbisch Gmünd

Finanzamtsgebäude
Betrugsmasche

Warnung vor Betrugsmails zu angeblichen Betriebsprüfungen

Videopodcast mit Finanzminister Danyal Bayaz
Podcast

Finanzministerium startet Videopodcast

Hand hält Smartphone mit geöffneter MeinELSTER+-App, die eine vorausgefüllte Steuererklärung und Abgabe per Klick zeigt, im hellen Bürohintergrund.
Steuern

Startschuss für die „Steuererklärung per App mit einem Klick“

Finanzminister Danyal Bayaz lehnt an einem Geländer, im Hintergrund sind moderne Bürogebäude am kleinen Schlossplatz in Stuttgart zu sehen.
Haushalt

Ministerrat beschließt Eckpunkte für den Haushalt 2027

Moderner Coworking Space mit offenen Arbeitsbereichen, Schreibtischen, Pflanzen und mehreren Personen in Bewegung.
Steuern

Finanzamt Mannheim-Stadt beteiligt sich am Pilotprojekt „Schneller Gründen"

Blick über die Innenstadt von Weingarten mit historischer Kirche, Fachwerkhäusern und grüner Umgebung bei sonnigem Wetter.
Grundsteuer

Bundesfinanzhof bestätigt baden-württembergisches Grundsteuermodell

Vereidigung von Finanzminister Bayaz
Personal

Bayaz bleibt Finanzminister

Finanzminister Danyal Bayaz lehnt an einem Geländer, im Hintergrund sind moderne Bürogebäude am kleinen Schlossplatz in Stuttgart zu sehen.
Steuerschätzung

Mai-Steuerschätzung: Einnahmen des Landes sinken nur leicht

Eingangspavillon Wilhelma Stuttgart
Vermögen und Bau

Eröffnung des restaurierten Eingangspavillons in der Wilhelma

Bargeld in einer Kasse
Steuern

Kassenkontrollen: Viele Mängel in Barbershops, Tattoo- und Nagelstudios