Kunst und Kultur

Land erwirbt für Schloss Mannheim Diadem der ersten badischen Großherzogin Stephanie von Baden

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„Die Bewahrung und die Pflege des kulturellen Erbes gehören zu den wichtigsten identitätsstiftenden Aufgaben unserer Gesellschaft. Dies gilt auch dann, wenn die Spielräume in den öffentlichen Haushalten eng sind und es schwierig ist, Mittel für den Kunsterwerb freizumachen. Der Erwerb des Diadems und seine Rückführung nach Mannheim war für uns eine Verpflichtung gegenüber der Geschichte der Region und damit auch gegenüber der Geschichte des Landes.“ Dies sagte Finanzstaatssekretär Gundolf Fleischer am Donnerstag (4. Oktober 2007) vor der Presse in Mannheim.

Bei dem vermutlich vor 1829 in Paris hergestellten Schmuckstück handelt es sich um einen mit Perlen und Diamanten besetzten vergoldeten Reif mit kronenartigen Spitzen. Abgesehen von später zusätzlich angebrachten Perlen, befindet es sich heute noch weitgehend in seinem originalen Zustand. Das Diadem gehörte Großherzogin Stephanie von Baden (1789-1860), einer Adoptivtochter von Napoleon Bonaparte, die 1806 den badischen Kronprinzen und späteren Großherzog Carl heiratete. Durch ihre Verbindungen zur napoleonischen Familie machte sie Schloss Mannheim zu einer Schaltstelle europäischer Politik. Die Herkunft des Schmuckstücks ist belegt durch ein Porträt der Großherzogin, das 1829 von dem berühmten Bildnislithografen Henri Grèvedon geschaffen wurde und das Stephanie mit eben diesem Kopfschmuck zeigt. Nach dem Tod der Großherzogin erbte ihre Tochter, Josephine von Hohenzollern-Sigmaringen, das Diadem. Über weitere Erbfälle ist es zur Prinzessin Marie José von Belgien gelangt, die 1930 den Prinzen Umberto von Italien heiratete, der 1946 zum letzten italienischen König gekrönt wurde. Schließlich wurde das Schmuckstück dieses Jahr in einer Londoner Kunstauktion zum Kauf angeboten und vom Land Baden-Württemberg erworben.

„Das Diadem der Großherzogin Stephanie ist eine weitere große Bereicherung für das Mannheimer Schloss“, betonte der Staatssekretär. Bei der im Frühjahr dieses Jahres vollendeten Wiederherstellung der Beletage sei der Ausstattung der Räume mit authentischem Inventar eine besondere Bedeutung zugekommen. Die aus der Zeit der Großherzogin stammenden Kunstschätze bildeten dabei einen besonderen Schwerpunkt. Das Schmuckstück werde in der Dauerausstellung „Kunst und Kultur am Mannheimer Hof“ präsentiert. „Wie alle Kunstwerke, die die Staatlichen Schlösser und Gärten in den letzten 15 Jahren für die Ausstattung des Mannheimer Schlosses erworben haben, trägt es dazu bei, das historische Vermächtnis den Menschen zu vermitteln und für künftige Generationen zu erhalten“, sagte Finanzstaatssekretär Gundolf Fleischer abschließend.

Quelle:

Finanzministerium

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