Haushalt

Land und Landessportverband unterzeichnen Solidarpakt Sport IV

v.l.n.r.: Martin Lenz, Vizepräsident Landessportverband Baden-Württemberg, Finanzministerin Edith Sitzmann, Andreas Felchle, Vizepräsident Landessportverband Baden-Württemberg, Ministerpräsident Winfried Kretschmann, Gundolf Fleischer, Vizepräsident Landessportverband Baden-Württemberg, Sportministerin Dr. Susanne Eisenmann und Elvira Menzer-Haasis, Präsidentin Landessportverband Baden-Württemberg

Sport verbindet uns miteinander, ohne viele Worte. Egal, wo wir herkommen, was wir glauben, wen wir wählen. Die Fußballmannschaft, der Karate-Verein, das nächste Turnier – das sind für viele von uns wichtige Termine im Kalender. Dass wir mehr als 11.000 Vereine im Land haben, spricht eine deutliche Sprache“, so Ministerpräsident Winfried Kretschmann in Stuttgart im Rahmen der Unterzeichnung des Solidarpakt Sport IV.

„Die Corona-Pandemie geht nun schon über ein Jahr. Und wir müssen davon ausgehen, dass es noch etwas dauern kann, bis Vereine wieder in allen Sportarten uneingeschränkt trainieren können. Doch wir dürfen nicht zulassen, dass wir nach der Pandemie vor vernachlässigten Sportstätten stehen. Oder gar Vereine und Fachverbände nicht mehr da sind, weil die Durststrecke zu lang war. Deshalb haben wir bereits die akute Hilfe – das Soforthilfeprogramm gegen Liquiditätsengpässe bei den Sporteinrichtungen von rund 11,6 Millionen Euro – zum 30. Juni 2021 verlängert und um 7,5 Millionen Euro aufgestockt.“

Mit dem Solidarpakt Sport IV würde man jetzt ein weiteres klares Zeichen setzen, so Kretschmann. „Sport ist uns wichtig! Deshalb haben wir trotz der enormen Schuldenaufnahme der letzten Monate noch einmal eine große Schippe draufgelegt.“ Mit der heutigen Unterzeichnung wurde der zum Jahresende 2021 auslaufende Solidarpakt III um weitere fünf Jahre verlängert. Dabei wurde das Fördervolumen des Solidarpakts Sport von 2022 bis 2026 von bislang jährlich rund 87,5 Millionen Euro um jährlich 18 Millionen Euro erheblich aufgestockt. So erhält der organisierte Sport eine verlässliche Förderung, die es ihm ermöglicht, den im Landessportplan beschriebenen Breiten-, Leistungs- und Schulsport zukunftsfähig zu gestalten.

„Der Sport ist ein wichtiges Bindeglied in unserer Gesellschaft und hat hohe Integrationskraft. Im Breitensport sind fast vier Millionen Menschen aus Baden-Württemberg in Sportvereinen aktiv, Tausende von ihnen engagieren sich ehrenamtlich. Zudem tragen Sport und Bewegung entscheidend zu einer positiven Entwicklung von Kindern und Jugendlichen bei. Mein Anliegen als Sportministerin ist es deshalb, die Arbeit des Sports partnerschaftlich und nachhaltig zu unterstützen. Deshalb freut es mich, dass es uns mit dem neuen Solidarpakt gelungen ist, ein sehr gut ausgestattetes Paket für den Sport zu schnüren, mit dem sich in den kommenden Jahren viel Positives für die Menschen in unserem Land bewegen lassen wird“, sagt Sportministerin Dr. Susanne Eisenmann und ergänzt: „Einen besonderen Schwerpunkt legen wir auf die Förderung des Vereinssportstättenbaus. Mit zusätzlichen Mitteln pro Jahr sowie einem einmaligen Fördertopf von 40 Millionen Euro werden wir unsere Vereine spürbar entlasten. Doch auch den Leistungssport wollen wir deutlich stärken. Denn Baden-Württemberg ist nicht nur dem Namen nach ein Spitzensportland, sondern hat sich dieses Prädikat wirklich verdient.“

„Sport ist enorm wichtig für jeden und jede Einzelne und unsere Gesellschaft. Er tut körperlich und seelisch gut, bringt Menschen zusammen, lehrt Unterstützung und Fairness, schafft Vorbilder und stiftet Identität“, so Finanzministerin Edith Sitzmann. „Aufgrund der Pandemie ist die Arbeit der Sportvereine und -verbände erheblich erschwert. Deshalb haben wir den Sport in der Corona-Pandemie mit Soforthilfen aktiv und unbürokratisch unterstützt. Mit zahlreichen steuerlichen Verbesserungen und Vereinfachungen haben wir den Vereinen die Arbeit enorm erleichtert. Jetzt geben wir dem Sport mit dem Solidarpakt eine gute Perspektive und Planungssicherheit für die kommenden Jahre."

„Mit der Fortschreibung des Solidarpaktes Sport haben wir eine herausragende fachliche und finanzielle Ausgangslage für die Jahre 2022-2026 geschaffen“, so die Präsidentin des Landessportverbandes Elvira Menzer-Haasis. „Er bietet uns die Chance, für unsere knapp vier Millionen Sporttreibenden die Rahmenbedingungen auch in Zukunft zielgerichtet zu verbessern und zudem das Spitzensportland Baden-Württemberg noch gezielter fördern zu können. Und er gibt uns Planungssicherheit und bietet Perspektiven für die Sportentwicklung. Der Solidarpakt Sport IV ist Anerkennung und Würdigung der gesellschaftspolitischen Leistungen der Sportvereine- und verbände im Land. Ich bin glücklich, dass wir als glaubwürdiger und fairer Anwalt des Sports zu einem solch starken Ergebnis gekommen sind.“

Im Erhöhungsbetrag des Solidarakt Sport IV sind enthalten:

  • einmalig 40 Mio. Euro für den Vereinssportstättenbau, die 2022 und 2023 mit jeweils 20 Mio. Euro zum Abbau des bestehenden Antragsstaus im Staatshaushaltsplan veranschlagt werden
  • jährlich 3 Mio. Euro für den Vereinssportstättenbau
  • jährlich 2 Mio. Euro für die institutionelle Förderung der Sport- und Sportfachverbände
  • jährlich 0,5 Mio. Euro für die Bezuschussung von Übungsleiterinnen und Übungsleitern, Vereinsmanagerinnen- und Vereinsmanager sowie Jugendleiterinnen und Jugendleitern
  • jährlich 1 Mio. Euro für Kooperationsmaßnahmen zwischen Schulen/Kindergärten und Sportvereinen
  • jährlich 4 Mio. Euro für den Leistungssport (einschließlich Investitionsfördermaßnahmen)
  • jährlich 4 Mio. Euro für die Sportschulen (einschließlich Investitionsfördermaßnahmen)
  • jährlich 0,85 Mio. Euro zur Förderung des Sportstättenbaus von Privatschulen
  • jährlich 1,25 Mio. Euro zur Förderung der Schwimmfähigkeit im vorschulischen Bereich sowie im Bereich der Grundschulen
  • jährlich 0,7 Mio. Euro für die Stärkung der Wander- und Rettungsdienstorganisationen
  • jährlich 0,7 Mio. Euro für die Investitionsförderung von Jugendherbergen.

 

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