Pressemitteilung

Naturschutz
  • 17.09.2018

Land setzt sich auf Naturschutzflächen in und um Herrischried für Erhalt der biologischen Vielfalt ein

Rund 25 Hektar Fläche mit Bedeutung für den Naturschutz hat das Land Baden-Württemberg in den vergangenen Jahren in und um die Gemeinde Herrischried im Südschwarzwald erworben. Darunter sind etwa 6 Hektar Moore. Ziel ist es, auf diesen Flächen zum Erhalt der bedrohten biologischen Vielfalt beizutragen. Finanzstaatssekretärin Gisela Splett und Umweltstaatssekretär Andre Baumann waren gemeinsam vor Ort, um sich über die Wirksamkeit der Schutzmaßnahmen in den Mooren zu informieren.

„Wir investieren in das Naturerbe unseres Landes, indem wir naturschutzwichtige Flächen kaufen und sie naturschutzkonform nutzen und pflegen“, sagte Staatssekretärin Splett. „Renaturierungen von entwässerten Moorflächen durch eine Anhebung des Wasserstands können in der Regel nur auf eigenen Flächen durchgeführt werden. Es ist gut, dass wir deutlich mehr Haushaltsmittel für den Erwerb von Naturperlen zur Verfügung haben. Wir können nun verstärkt Moorflächen kaufen.“ Bei Pflege und Bewirtschaftung setze man auf die Zusammenarbeit mit Landwirtinnen und Landwirten und anderen Aktiven vor Ort.

„Moorschutz ist eine der wichtigsten Aufgaben von Politik und Verwaltung. Auf den eigenen Moorflächen geht das Land vorbildlich voran“, betonte Staatssekretär Baumann. Das Land habe darum eine Moorschutzkonzeption aufgelegt. Die verbliebenen rund 45.000 Hektar Moorflächen in Baden-Württemberg sollen geschützt und gefördert werden, auch die unzähligen sehr wertvollen Moorgebiete im Hotzenwald.

Die landeseigenen Moore im Umfeld von Herrischried wurden über Jahrzehnte als sogenannte Wässerwiesen bewirtschaftet. Nach dem Erwerb durch das Land wurden sie verpachtet, seither werden sie nach den Vorgaben des Naturschutzes bewirtschaftet. Beispielsweise wird der Wasserstand wieder angehoben, sie werden naturfördernd bewirtschaftet. „Moore sind ein Zwischending zwischen Gewässer und Land. Moore sind nass, nährstoffarm und eine Naturoase für Tier- und Pflanzenarten, die existentiell auf Moore angewiesen sind“, sagte Staatssekretär Baumann. „Die Torfkörper der Moore binden gewaltige Mengen Kohlenstoff und wie Schwämme speichern und filtern sie Wasser.“


Weitere Informationen:
Für den Erwerb der insgesamt rund 25 Hektar naturschutzwichtiger Flächen in und um Herrischried hat das Land etwa 127.000 Euro investiert. Zirka 16 Hektar der Flächen liegen im Landschaftsschutzgebiet „Oberes Murgtal“. Im Jahr 2010 kaufte das Land im Kernort Herrischried rund 1,5 Hektar. Zuletzt wurden 2012 im Rahmen eines Sonderprogramms rund 6 Hektar Moorflächen erworben.

Der Erwerb naturschutzwichtiger Flächen ist Teil der Naturschutzstrategie des Landes. Renaturierungen von entwässerten Moorflächen durch eine Anhebung des Wasserstands können in der Regel nur auf eigenen Flächen durchgeführt werden. Darum ist der Erwerb naturschutzwichtiger Flächen durch das Land gerade für Moore wichtig. In diesem und im kommenden Jahr stehen dafür jeweils zwei Millionen Euro zur Verfügung. 2017 wurden insgesamt rund 89 Hektar erworben. Landesweit ist Baden-Württemberg Eigentümer von etwa 11.500 Hektar und damit fast 14.000 naturschutzwichtigen Grundstücken.

Zur Umsetzung der Moorschutz-Ziele des Landes wird eine Moorschutzkonzeption für Baden-Württemberg entwickelt und umgesetzt. Darin werden die Grund-lagen für die sukzessive Regeneration von Mooren durch Wiedervernässung und Extensivierung der Nutzungen erarbeitet. Die Moorschutzkonzeption baut auf den bisherigen Erfahrungen aus größeren Projekten zur Regeneration von Mooren auf und berücksichtigt aktuelle Forschungsvorhaben des Landes zur Klimawirksamkeit von Mooren. Aufbauend auf diesen Grundlagen werden sukzessive Moore renaturiert. 

Mehr zum Moorschutz und zur Moorschutzkonzeption gibt es auf der Homepage des Umweltministeriums:
www.um.baden-wuerttemberg.de/de/umwelt-natur/naturschutz/biologische-vielfalt-erhalten-und-foerdern/moorschutz


Porträt

Gisela Splett

Staatssekretärin im Ministerium für Finanzen des Landes Baden-Württemberg

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