Länderkompetenzen

Finanzminister Willi Stächele: „Bund darf nicht in ureigene Länderzuständigkeiten eingreifen“

Berechne Lesezeit
  • Teilen

„Dass die ordnungsgemäße Verwendung der Mittel aus dem Zukunftsinvestitionsprogramm in den Ländern und Kommunen überprüft werden muss, ist unstreitig. Dieses Recht steht jedoch ausschließlich den Rechnungshöfen der Länder zu. Das dem Bundesrechnungshof im Zukunftsinvestitionsgesetz eingeräumte Prüfungsrecht überschreitet die verfassungsrechtlichen Zuständigkeitsgrenzen zu Lasten der Länder. Dies können wir nicht akzeptieren. Der Bund darf nicht in ureigene Länderzuständigkeiten eingreifen. Baden-Württemberg wird daher zusammen mit anderen Ländern vor dem Bundesverfassungsgericht gegen das verfassungswidrige Prüfungsrecht des Bundesrechnungshofes klagen. Dies hat das Kabinett in seiner heutigen Sitzung beschlossen“, teilte Finanzminister Willi Stächele am Dienstag (06. Oktober 2009) in Stuttgart mit.

Das Zukunftsinvestitionsgesetz räume dem Bundesrechnungshof umfassende Prüfungs- bzw. Erhebungsrechte ein. So könne dieser in Einzelfällen weitergehende Nachweise verlangen und bei Ländern und Kommunen Bücher, Belege und sonstige Unterlagen einsehen sowie örtliche Erhebungen durchführen. „Wir haben sowohl im Bundesrat, als auch in der Finanzministerkonferenz darauf hingewiesen, dass das Prüfungsrecht des Bundesrechnungshofes die verfassungsgerichtlich bestätigten Zuständigkeitsgrenzen des Bundes und die geübte Praxis in vergleichbaren Fällen überschreitet. Die vom Bund gewährten Mittel aus dem Zukunftsinvestitionsprogramm werden im Vollzug von den zuständigen Landesbehörden in eigener Zuständigkeit verwaltet. Für die Kontrolle sind daher ausschließlich die Landesparlamente und Landesrechnungshöfe zuständig. Der Bund hat auf unsere verfassungsrechtlichen Bedenken allerdings nicht reagiert. Im Gegenteil: Der Bundesrechnungshof hat mittlerweile bundesweit - auch in Baden-Württemberg - mit Prüfungen begonnen. Dies zwingt uns zum Handeln. Die klare Einhaltung der Länderkompetenzen muss sichergestellt werden. Ansonsten droht ein Präzedenzfall für die Zukunft“, betonte Stächele abschließend.

Quelle:

Finanzministerium

Weitere Meldungen

Dienstgebäude Bundesbau Schwäbisch Hall
Amtsleiterwechsel

Matthias Chavillier leitet den Bundesbau am Standort Schwäbisch Hall

Eltern und Kinder turnen in einer Sporthalle in Berlin.
Sport

Mehr als 600 Millionen Euro für Sportvereine und -verbände

Naturschutzgebiet Wurzacher Ried
Naturschutz

Das Land kauft 2025 deutlich mehr Flächen für Natur- und Klimaschutz

Schloss Heidelberg
Schlösser und Gärten

Besuchszahlen bei den Staatlichen Schlösser und Gärten bleiben auf Rekordniveau

Kindergartenkind wird in von der Mutter begleitet.
Öffentlicher Dienst

Tarifabschluss im öffentlichen Dienst

Visualisierung vom Anbau der Frauenklinik am Universitätsklinikum Tübingen Ansicht West
Vermögen und Bau

Grundstein für den Anbau der Frauenklinik am Universitätsklinikum Tübingen gelegt

Smartphone
Steuer

Digitale Steuererklärung wird deutlich einfacher

PV-Anlage auf dem Landtag in Stuttgart
Photovoltaik

PV-Ziel bereits vorab erreicht

Spatenstich Elefantenwelt Wilhelma Visualisierung Innenbereich
Vermögen und Bau

Spatenstich für die neue Elefantenwelt in der Wilhelma

Gisela Splett mit Patenschaftsurkunde
Vermögen und Bau

Staatssekretärin Splett übernimmt Patenschaft für Kronenkranich in der Wilhelma

Finanzminister Danyal Bayaz steht vor dem Kunstgebäude am Schlossplatz in Stuttgart, im Hintergrund sind der Landtag und weitere Gebäudestrukturen zu sehen.
Rede

Finanzminister beim Neujahrsempfang der Amerikanischen Handelskammer in Deutschland

Finanzamt Symbolbild
Steuer

Finanzämter bearbeiten Steuererklärungen innerhalb von sieben Wochen

Leere Holzstühle in einem Klassenzimmer, unscharfe grüne Tafel im Hintergrund.
Haushalt

Arbeitsgruppe Lehrerstellen legt Abschlussbericht vor

Visualisierung Neubau HLRS III an der Universität Stuttgart
Vermögen und Bau

Grundstein für Neubau HLRS III an der Universität Stuttgart gelegt

Ein Mitarbeiter geht durch einen Büroraum.
Innovation

Neue Landesgesellschaft soll Start-ups stärken