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Kongress „Medienzukunft und öffentlich-rechtlicher Rundfunk“ in Stuttgart

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„Baden-Württemberg gehört zu den führenden IT- und Medienstandorten in Deutschland und die Informations- und Medienbranche zu den stärksten Wirtschaftszweigen des Landes“, erklärte Dr. Hans Freudenberg, Ministerialdirektor im Wirtschaftsministerium, heute anlässlich des zweitägigen Kongresses „Medienzukunft und öffentlich-rechtlicher Rundfunk“ im Haus der Wirtschaft Baden-Württemberg in Stuttgart. Ziel der Veranstaltung war es, Handlungsoptionen für ein zukunftsfähiges duales Rundfunksystem aufzuzeigen.

Dr. Hans Freudenberg betonte, dass das Land über eine ausgeprägte regionale Fernseh- und Filmlandschaft sowie über zahlreiche lokale und regionale Hörfunkveranstalter verfüge. Zudem seien 6,4 Millionen Baden-Württemberger online. „Mit einem Anteil an der gesamten Wertschöpfung des Landes von knapp sieben Prozent und rund 300.000 Beschäftigten spielt die Branche inzwischen in der gleichen Liga wie unsere Kernbranchen Fahrzeug- und Maschinenbau“, so der Ministerialdirektor. Seit Mitte der neunziger Jahre sei die Wirtschaftsleistung in dieser Branche mehr als doppelt so stark gewachsen wie in der Gesamtwirtschaft des Landes.

Die Frage nach der Zukunft der Medien sei daher nicht nur aus kultureller, sondern auch besonders aus wirtschaftspolitischer Sicht für den Standort Baden-Württemberg von zentraler Bedeutung. Dabei sei es unstrittig, dass der öffentlich-rechtliche Rundfunk als wichtiger Bestandteil der Demokratie unverzichtbar und unersetzbar sei und damit natürlich auch über eine hinreichende Finanzierungsgrundlage verfügen müsse. Unstrittig sei aber auch, dass der öffentlich-rechtliche Rundfunk durch die staatlich garantierte Finanzierung die Medienmärkte entscheidend beeinflusse.

Während der öffentlich-rechtliche Rundfunk ab diesem Jahr 400 Millionen Euro Mehreinnahmen durch die Gebührenerhöhung zur Verfügung hat, sieht es bei den privatwirtschaftlich organisierten Medien auch durch den Rückgang der Werbeeinnahmen schwieriger aus. „Gerade in der Krise muss sich aber das duale Rundfunksystem bewähren“, erklärte Dr. Hans Freudenberg. „Die entscheidende Herausforderung besteht darin, in einer sich stark verändernden Medienlandschaft den Auftrag des öffentlich-rechtlichen Rundfunks zu konkretisieren und zu aktualisieren“. Dem natürlichen Expansionsdrang der Anstalten müsse dort Einhalt geboten werden, wo der öffentliche Auftrag verlassen werde und die Sicherung von Vielfalt nicht mehr im Vordergrund stehe, sondern neue Angebote geschaffen würden, die in direkter Konkurrenz zu kommerziellen Angeboten stehen.

Der Ministerialdirektor hob jedoch auch hervor, dass der öffentlich-rechtliche Rundfunk seine Aufgabe der Grundversorgung nur dann adäquat erfüllen könne, wenn ihm eine Entwicklungsgarantie gegeben werde, die aber nicht mit einer 100-prozentigen Bestandsgarantie oder einer Garantie für ökonomisches Wachstum gleichgesetzt werden könne.

„Medienmacher, Medienbusiness, Nutzer und Nutzung der Medien werden sich in den nächsten Jahren mit großer Dynamik weiter entwickeln; das Internet wird immer mehr zur grundlegenden Infrastruktur unseres Lebens“, so Dr. Hans Freudenberg. Für das Fernsehen und insbesondere für den öffentlich-rechtlichen Rundfunk bedeutet dies, dass sich die Sender als moderne Medienunternehmen weiterentwickeln müssten. Wichtig sei es vor allem, wieder vermehrt junge Menschen als Zuschauer zu gewinnen. Der Ministerialdirektor prognostizierte, dass auch künftig Information, Unterhaltung und Entspannung im Fernsehen gesucht werde und sich junge Leute ihr eigenes Unterhaltungsprogramm auf den verschiedenen Internetplattformen zusammenstellen würden. Zunehmen werde hingegen sicher der Abruf von Nachrichtenvideos, Serien oder Filmen über Mediatheken, die von ARD, ZDF und den Privaten betrieben werden.

„Die Medienzukunft ist offen. Der beste Weg, sie vorauszusagen, ist daher, sie zu gestalten und möglich zu machen“, so Dr. Hans Freudenberg abschließend.

Quelle:

Wirtschaftsministerium

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