Heute fand im Kloster Lorch ein Runder Tisch zum „Stauferland" statt. Daran nahmen neben den Staatssekretären Dr. Stefan Scheffold und Dr. Dietrich Birk Vertreter der Regionalpolitik, der Denkmalpflege und des Tourismusmarketings teil.
„Baden-Württemberg besitzt mit dem Hohenstaufen, Kloster Lorch und dem Wäscherschloss wichtige Kulturdenkmale der Stauferzeit. Sie sind bedeutende Zeitzeugen unserer Landesgeschichte. Daher wollen wir sie für die kommenden Generationen erhalten und den Menschen näher bringen. Gerade im Stauferjahr 2010 gilt es daher, die Präsentation und Vermarktung der Kulturobjekte aus der Stauferzeit noch stärker zu vernetzen. Dadurch wird der historische Zusammenhang zwischen den Kulturdenkmalen deutlich. Hierzu sollen neue Konzepte entwickelt werden, um Kultur und Tourismus in der Region noch stärker zu beleben." Dies sagten Finanzstaatssekretär Dr. Stefan Scheffold und Kunststaatssekretär Dr. Dietrich Birk am Montag (18. Oktober 2010) in Lorch.
Gegenstand der Gespräche am Runden Tisch waren unter anderem ein einheitliches Wege- und Beschilderungskonzept für die drei Kulturdenkmale, Veranstaltungen vor Ort und die gemeinsame Öffentlichkeitsarbeit. So soll beispielsweise zum Landesjubiläum 2012 ein großes Familienfest zum Stauferland stattfinden. 2011 wird das Wäscherschloss Schloss des Jahres sein. Zudem sollen das Wegenetz rund um die Stauferdenkmale verbessert und Themenwanderwege ausgeschildert werden.
Begonnen hatte die Initiative zum Stauferland mit der Unterzeichnung der Nutzungs- und Kooperationsvereinbarung zur kulturellen und touristischen Weiterentwicklung des Hohenstaufen im Juni diesen Jahres. Die Stadt Göppingen und das Land arbeiten hier seither noch enger zusammen. Die Burg Hohenstaufen wird nun zusammen mit Schloss Wäscherburg sowie Kloster Lorch durch die Staatlichen Schlösser und Gärten Baden-Württemberg vermarktet.
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Informationen zu den drei Kulturdenkmalen:
Hohenstaufen
Wahrzeichen des staufischen Kernlandes ist der charakteristische Bergkegel des Hohenstaufen. Er ist eingebettet in einen Kranz historischer Mauern, die Zeugnisse für die einstigen Bedeutung des Staufergeschlechts sind. Der Bergkegel gab den Staufern ihren Namen. Um das Jahr 1070 ließ der Stauferherzog Friedrich I. von Schwaben hier eine Burg errichten. 1181 hielt sich Kaiser Friedrich Barbarossa in der Burg Hohenstaufen auf und 1208 starb dort die byzantinische Kaisertochter Irene, Witwe König Philipps von Schwaben.
Kloster Lorch
Die ehemalige Abtei Lorch hatte im Mittelalter für das mächtige Herrschergeschlecht der Staufer die Funktion als Hauskloster und Grablege. Herzog Friedrich I. von Schwaben stiftete das Kloster um das Jahr 1100. Mehrere Familienmitglieder sind in Lorch bestattet. Auch Irene fand hier ihre letzte Ruhestätte. Der heutige Blickfang im Mittelschiff der Klosterkirche ist die Staufer-Tumba, das 1475 aufgestellte Sammelgrab der Familie. Jährlich besichtigen rund 40.000 Besucher das Kloster Lorch. Neben dem Klosterbesuch werden Sonderführungen angeboten. Im Kapitelsaal zeigt ein modernes, großes, farbenprächtiges Rundbild die Geschichte der Staufer.
Wäscherschloss
Im Herzen der Stauferregion liegt die gut erhaltene Ministerialenburg der Wäscher, die hier staufische Burgvögte waren. Die Wäscherburg ist das Vorwerk der einstigen Burg Büren. Die Herren von Büren, die hier im 11. Jahrhundert saßen, nannten sich später Staufer. Damit liegt die eigentliche Wurzel der Staufer-Dynastie hier im Wäscherschloss. Das Wäscherschloss wird nach dem Umbau im nächsten Jahr wieder eröffnet.
Quelle:
Finanzministerium Baden-Württemberg