„Die Bestattungskultur in Deutschland und Europa hat sich sehr verändert. Dies stellt die Betriebe vor neue Herausforderungen: Gefragt sind qualifizierte Bestatter mit menschlichen Qualitäten, die ein breites Leistungsspektrum, individuelle und fachlich fundierte Beratung sowie schnelle und nachhaltige Hilfe bei der Begleitung der Hinterbliebenen bieten“, erklärte Richard Drautz, Staatssekretär im Wirtschaftsministerium Baden-Württemberg heute im Stuttgarter Haus der Wirtschaft bei der Verleihung des „Bestatter 2008“.
Die Fachjury verlieh zehn baden-württembergischen Bestattungsunternehmen eine Auszeichnung im Rahmen des europaweit einmaligen Qualifizierungswettbewerbs Bestatter 2008. Dem Bestattungsinstitut Roser in Lörrach, einem der zehn Preisträger, wurde als höchste Auszeichnung der „Preis der Jury – Bestatter des Jahres 2008“ verliehen. Das Familienunternehmen Roser zeichnet sich unter anderem dadurch aus, dass es heute geforderte individuelle Zeremonien bietet, gleichzeitig aber Traditionen und konservative Bestattungskulturen wahrt. Fundierte Aus- und Weiterbildung der Inhaber sowie der Beschäftigten im Bestattungsinstitut Roser werden gefördert und gefordert.
„Die Qualität der eingereichten Unterlagen und die präsentierten Leistungsangebote waren bemerkenswert hoch. Die Ergebnisse zeugen von unternehmerischem Mut, Gestaltungskraft und Ideenreichtum der Betriebe“, erklärte Richard Drautz. Sie gäben Einblick in die fachliche Qualität, die im Bestattungswesen inzwischen erreicht worden ist und setzten Maßstäbe für die Zukunft. „Qualität schafft einen Wettbewerbsvorteil, der sich langfristig auszahlt“, so der Staatssekretär.
Das Wirtschaftsministerium und die Landesinnung Bestattungsgewerbe Baden-Württemberg veranstalteten zum zweiten Mal den landesweiten und europaweit einmaligen Qualifizierungswettbewerb für Bestattungsunternehmen. Insgesamt 23 Unternehmen haben sich am Wettbewerb beteiligt, einige waren bereits 2004 mit dabei. Darunter sind mittelständische Familienbetriebe, die sich ihre Kompetenz in einer langen Generationenfolge erworben haben, ebenso wie Quereinsteiger mit Erfolg versprechenden Konzepten. „Ziel ist es, herausragende Bestattungsbetriebe auszuzeichnen, die neue Wege aufzeigen und als Vorbild für andere Betriebe dienen“, so Richard Drautz. Gefordert waren eine ausführliche Präsentation des Unternehmens und zwei Bestattungsbeispiele sowie die persönliche Vorstellung vor der Hauptjury.
In Baden-Württemberg gibt es nach Angaben des Statistischen Landesamts – Berichtsjahr 2005 - 440 Bestattungsunternehmen mit insgesamt 866 sozialversicherungspflichtig Beschäftigten. Sie machen einen Umsatz in Höhe von rund 130 Millionen Euro. „Neben dem Wandel der Bestattungskultur werden diese Betriebe auch durch den demografischen Wandel vor neue Herausforderungen gestellt“, erklärte Richard Drautz. In Deutschland werde damit gerechnet, dass die Zahl der Bestattungen um jährlich ein Prozent steigen wird. Während die Zahl der Erdbestattungen kontinuierlich sinkt, nehmen Feuer- und anonyme Bestattungen zu. „Wir wollen die Bestatter bei diesem Strukturwandel unterstützen“, so der Staatssekretär. Mit dem Wettbewerb setze das Wirtschaftsministerium die vom ehemaligen Landesgewerbeamt gestartete Initiative zur Qualifizierung von Bestattern fort.
Zur Preisverleihung erscheint eine Dokumentation, in der die zehn ausgezeichneten Unternehmen vorgestellt werden. Sie kann zum Preis von 2,50 Euro zzgl. Versandkosten erworben werden bei der Landesinnung Bestattungsgewerbe Baden-Württemberg, Holzhauser Straße 10, 72172 Sulz am Neckar, e-Mail: info@streidt.de.
Folgende weitere Unternehmen haben Auszeichnungen erhalten:
Quelle:
Wirtschaftsministerium