Auszeichnung

Staufermedaille für Rudolf Diebetsberger

„Mit Rudolf Diebetsberger steht heute ein Mann mit großem Engagement und herausragenden ehrenamtlichen Verdiensten im Mittelpunkt“, erklärte der Ministerialdirektor im Ministerium für Finanzen und Wirtschaft Rolf Schumacher anlässlich der Überreichung der Staufermedaille an den Musiker Rudolf Diebetsberger. „Diebetsberger begegnet Hilfebedürftigen stets mit Nächstenliebe und Mitmenschlichkeit.“

Seinen Lebensmittelpunkt hat Diebetsberger schon lange in Stuttgart. Nach einem Engagement bei den Wiener Symphonikern spielte er als stellvertretender Solohornist bei den Stuttgarter Philharmonikern. Auf diversen Konzertreisen wurde Diebetsberger häufig mit dem Elend in der Welt konfrontiert. „Dies veranlasste ihn, bereits als Berufsmusiker Benefizkonzerte zu organisieren“, so Schumacher. Über einen Film kam der Kontakt mit dem Verein „Andheri-Hilfe Bonn e.V.“ zustande. „Als Diebetsberger sah, wie sich dieser Verein in sozialen und medizinischen Projekten in Indien und Bangladesch engagiert, war ihm sofort klar, dass er diese Initiative unterstützen will“, so der Ministerialdirektor. Diebetsberger beschloss, fortan als Straßenmusiker Geld für die Andheri-Hilfe Bonn zu sammeln.

„Ein Musiker, der wie Diebetsberger mit weißen Handschuhen und Fliege in der Fußgängerzone Horn spielt, ist eher selten anzutreffen“, so Schumacher. „Kaum ein Passant in einer deutschen Großstadt wird ja glauben, dass ein ehemaliger Hornist der Stuttgarter Philharmoniker vor ihm steht.“ In manchen Wochen steht Diebetsberger drei Mal bis zu zwölf Stunden am Tag auf der Straße, um für Passanten Horn zu spielen. Diebetsberger belässt es allerdings nicht beim Musizieren auf der Straße, sondern bietet seine musikalischen Darbietungen auch bei Jubiläen, runden Geburtstagen, Hochzeiten, Taufen, Betriebs- oder Weihnachtsfeiern an. Er verzichtet zugunsten des Vereins auf seine Gage und bittet stattdessen um Spenden für den Verein. Schumacher: „Unglaublich viel Herzblut steckt in diesem Engagement.“

Neben seinem eigenen Engagement motiviert Diebetsberger seit Jahren auch Firmen und Clubs, seinem Spendenvorbild zu folgen. „Er hat erkannt, dass Musik Türen öffnet und verbindet. Es benötigt eine große Portion Idealismus und Durchhaltevermögen, um mittels Musik Spendengelder in derartiger Höhe zu akquirieren“, so Ministerialdirektor Rolf Schumacher. „Rudolf Diebetsberger hilft wo er kann. Unsere Welt braucht Ehrenamtliche wie ihn, die sich uneigennützig, mit großer Lebensfreude und Wärme für Menschen in Not einsetzen.“