Liegenschaften

Biodiversität auf den Landesflächen

Bunte Blumenwiese

Neben Immobilien und Unternehmensanteilen umfasst das Vermögen des Landes Baden-Württemberg auch zahlreiche Grundstücke, Grünflächen und Domänen. Als Betreiber oder Verpächter dieser Flächen sorgt das Land für eine ökologische und nachhaltige Bewirtschaftung.

Naturschutzgrundstücke

Die Natur bietet Lebensraum für Menschen, Tiere und Pflanzen. Der Naturhaushalt und die biologische Vielfalt sind unsere Lebensgrundlage. Der "Schutz der natürlichen Lebensgrundlagen und Tiere" ist als Staatsziel mit Verfassungsrang im Grundgesetz verankert. 

Zur Naturschutzstrategie des Landes gehört der Erwerb von Grundstücken zum Zwecke des Naturschutzes. Baden-Württemberg ist Eigentümer von rund 14.000 naturschutzwichtigen Grundstücken mit rund 11.600 Hektar Fläche. Das Land kauft kontinuierlich Flächen im Sinne des Naturschutzes hinzu. Allein im Jahr 2019 wurden naturschutzwichtige Grundstücke von über 90 Hektar für rund 1,8 Millionen Euro erworben. Gegenüber dem Vorjahr entspricht das einem Flächenplus von 12 Hektar.

Die Mittel für den Naturschutzgrunderwerb sind seit 2016 von 0,5 auf 2 Millionen Euro deutlich gestiegen. Für die Jahre 2020 und 2021 werden die Mittel um weitere 0,5 Millionen Euro auf dann 2,5 Millionen Euro pro Jahr erhöht. Der Fokus des Naturschutzgrunderwerbs wird vermehrt auf den Ankauf von Moorflächen gelegt. Moore bieten einen Lebensraum für viele Tier- und Pflanzenarten und binden darüber hinaus unter anderem Kohlenstoff.

Kauft das Land naturschutzwichtige und klimaschutzrelevante Flächen, kann es selbst über deren Bewirtschaftung entscheiden. Es schafft dadurch die Voraussetzung für die Weiterentwicklung von Gebieten im Sinne des Naturschutzes und sichert wichtige Teile des baden-württembergischen Naturerbes. So können beispielsweise auf eigenen Flächen Moore renaturiert und auf bislang landwirtschaftlich genutzten Grundstücken Biotope gesichert und entwickelt werden.

Der Kauf von naturschutzwichtigen Flächen wird aus Haushaltsmitteln des Finanzministeriums und projektbezogen aus Mitteln der Stiftung Naturschutzfonds finanziert.

Staatsdomänen

Das Land Baden-Württemberg ist Eigentümer von 58 Staatsdomänen. Eine Staatsdomäne ist ein größerer landwirtschaftlicher Besitz. Von den 58 Domänen befinden sich 24 im badischen und 34 im württembergischen Landesteil. Die Gesamtfläche aller Domänen beträgt rund 5.800 Hektar, wobei die einzelnen Domänen in der Größe deutlich variieren. Die Bandbreite reicht von 6 Hektar bis 300 Hektar. 29 Domänen sind an natürliche oder juristische Personen zur landwirtschaftlichen Nutzung verpachtet. Weitere 29 Domänen betreibt das Land mit Landeseinrichtungen selbst.

Übersicht: Staatsdomänen in Baden-Württemberg (PDF)

Auf den 29 verpachteten Domänen sind die landwirtschaftlichen Betriebe nach den Pachtbedingungen zur ordnungsgemäßen Landbewirtschaftung unter Berücksichtigung ökologischer Gesichtspunkte verpflichtet. Durch die Umsetzung von Biotopvernetzungsmaßnahmen auf den Domänenflächen wurde auch den Belangen des Naturschutzes Rechnung getragen. Da die Verträge mit den Pächterinnen und Pächtern lange Laufzeiten haben, stärkt das Verpachten der Flächen auch die Existenz der landwirtschaftlichen Betriebe.

Die an Landeseinrichtungen überlassenen Domänen erfüllen unterschiedliche Landesaufgaben. Diese reichen von universitärer Forschungsarbeit zu standortgerechter und umweltschonender landwirtschaftlicher Wirtschaftsweise über Justizvollzugseinrichtungen bis hin zu einer Krankenstation für Tiere der Wilhelma.

Landwirtschaftliche Flächen (Streubesitz)

Das Land Baden-Württemberg ist Eigentümer von rund 9.800 landwirtschaftlich genutzten Grundstücken. Diese Grundstücke haben eine Gesamtfläche von über 16.000 Hektar. Verpachtet werden die Grundstücke grundsätzlich an landwirtschaftliche Betriebe. Die Betriebe bewirtschaften verschiedene Kulturarten, beispielsweise Acker, Grünland, Obstbau, Garten oder Rebland. Im Mittelpunkt steht dabei die ordnungsgemäße Landbewirtschaftung unter Berücksichtigung ökologischer Gesichtspunkte. Auf die Erfordernisse des Natur- und Umweltschutzes, insbesondere in ausgewiesenen Schutzgebieten, wird großen Wert gelegt.

Mit der Verpachtung dieser Flächen und der Vielfalt an Kulturarten wird ein erheblicher Beitrag für die Landwirtschaft und die Produktion von Lebensmitteln in Baden-Württemberg geleistet.

Grünflächenpflege

Das Land ist Eigentümer von rund 1.550 Hektar sogenannter Grünflächen mit rund 80.000 Bäumen, beispielsweise sind dies Parkflächen, Gartenanlagen oder Grün- und Wiesenflächen um Verwaltungsbauten. Viele dieser Flächen sind Rasenflächen. In geeigneten Fällen können diese Rasenflächen in Blühwiesen mit höherer Artenvielfalt umgewandelt werden, zum Beispiel im Fall einer anstehenden Gartensanierung.

Im landeseigenen Schlossgarten Schwetzingen ist es gelungen, historische Gartendenkmalpflege und Ökologie auf vorbildliche Weise zu verbinden. Das dort ausgebrachte Saatgut weist mit bis zu 40 verschiedenen Arten eine hohe Vielfalt auf, zum Beispiel Wiesenflockenblume, Margerite, Rotklee und Goldhafer. Wo früher Rasenflächen in kurzen Abständen gemäht wurden, wird das Gras nun nur noch zwei Mal im Jahr geschnitten. Auf die Verwendung von Pestiziden, Herbiziden und Torfprodukten wird verzichtet.

Um die Biodiversität zu erhöhen und die Pflegeintensität zu verringern, wurden rund um den Landtag und das Neue Schloss in Stuttgart Flächen in Blühwiesen naturnah umgewandelt. Dabei wurde das historisch gewachsene Parkbild berücksichtigt.

  • Staatliche Schlösser und Gärten

Bildergalerie: Biodiversität im Schlossgarten Schwetzingen

Der Schlossgarten Schwetzingen ist ein Musterbeispiel für Biodiversität auf landeseigenen Flächen. Unserer Bildergalerie zeigt die Arbeit und das Ergebnis.